Deutsch-niederländische Kooperation führt zum Erfolg

Von: hpl
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die deutsch-niederländische Kooperation hat zu einem großen Fahndungs- und Festnahmeerfolg geführt: Donnerstagvormittag wurde in den Räumen der Aachener Ausländerbehörde in der Römerstraße ein 25-jähriger Somalier verhaftet.

Vorwürfe: kriminelle Schleuserei und Vertrieb der in Deutschland verbotenen Droge Kath - und beides im großen Stil.

Der Mann hatte am Donnerstag routinemäßig einen Termin in der Aachener Behörde, um seine Aufenthaltserlaubnis zu verlängern. Obwohl Aachen für ihn zuständig ist, hatte er seinen Lebensmittelpunkt in die benachbarten Niederlande verlegt und nach derzeitigen Erkenntnissen auch von dort aus seine verbotenen Geschäfte betrieben.

Wie die Bundespolizeidirektion St. Augustin mitteilte, hatte der Beschuldigte als Chef eines „kriminellen Verkehrsunternehmens” weltweite Kontakte aufgebaut. Er soll als Schleuser Somalis aus ihrem Heimatland über die Niederlande in die Bundesrepublik geschleust haben. Die Abläufe waren offensichtlich straff organisiert. Interessierte Personen hätten sich in Somalia oder Kenia an die Schleuser gewandt und mussten bis zu 8000 Euro dafür bezahlen. Mit falschen Dokumenten seien sie dann in verschiedene europäische Länder gebracht worden, zuvor aber in Wohnungen bis zur Weiterreise versteckt worden.

Auch hier kommt Aachen wieder ins Spiel, denn im Zuge der gestrigen Festnahme kam es unter anderem in einem Wohnungskomplex an der Joseph-von-Görres-Straße zu Durchsuchungen mehrerer Wohnungen. „Wir haben hier zahlreiche einfache Matratzen gefunden, die darauf schließen lassen, dass auch hier Schleusungsopfer untergebracht wurden”, bestätigte der Leiter des gestrigen Einsatzes, Helgo Martens, auf Anfrage. Der Verdächtige war - obwohl inzwischen vorsichtig geworden - von seiner Festnahme in Aachen absolut überrascht worden. Widerstand habe er aber überhaupt nicht geleistet.

Neben der Schleuserei betrieb der Mann wohl auch den Handel mit Blättern der sogenannten Kath-Pflanze. Diese werden in Somalia und im Jemen als Alltagsdroge konsumiert. In Deutschland stehen aber sowohl der Besitz als auch der Handel mit den Blättern unter Strafe.

„Es ist schon sehr enttäuschend, dass jemand, der aus humanitären Gründen hier eine Aufenthaltserlaubnis bekommt, diese für kriminelle Machenschaften missbraucht”, redete Helgo Martens Klartext. Unabhängig davon lobte er aber ausdrücklich die „vorbildliche Kooperation” mit den niederländischen Kollegen, ohne die der aktuelle Fahndungserfolg nicht möglich gewesen wäre.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert