Aachen - Design-Ideen, die das Leben leichter machen

Design-Ideen, die das Leben leichter machen

Von: Marie Eckert
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Beispiel 2: Florian Ritter und seine Idee des „Grid Office“ für Großraumbüros. Foto: Andreas Herrmann
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Beispiel 1: Josefine Haane hat ihr Lichtkonzept „Ovi“ entwickelt.

Aachen. Apps, Möbelstücke, Kurzfilme und Innovationen: Das Spektrum bei der Diploma-Ausstellung der FH Aachen am Freitag war riesig. Über 50 Designabsolventen zeigten in der Semesterausstellung im Fachbereich Gestaltung, was sie gelernt haben und was sie können.

Design – das ist nicht etwa nur ein schönes Äußeres. Vor allem gesellschaftliche und politische Themen wurden von den Absolventen aufgegriffen, untersucht und optimiert. Auf drei Stockwerken in den Seminarräumen verteilt stellten die Designer ihre Werke zur Schau, an denen sie das Semester über gefeilt haben. Los ging’s im Erdgeschoss mit den Produktdesignern: Ein adaptives Stehpult für den Schreibtisch, eine Smartwatch mit eigenem Konzept, ein Konzept für ein Fitnessstudio, das Ernährung, Sport und Gesundheit verknüpft sowie einzelne in den Küchenschrank integrierbare Kühlschubladen für Obst und Gemüse – um nur ein paar der Kreationen zu nennen. Die Ideen tragen echte Produktnamen, das innovative Fitnessstudio heißt beispielsweise „Pulse“, werden von professioneller Bebilderung und einer Präsentation des Produkts unterstützt.

Ein psychomotorisches Spielzeug hat Marian Kritzky entworfen: Auf einer Holzbahn mit zwei Einkerbungen liegt ein Brett, ähnlich wie ein Skateboard und ebenfalls mit entsprechenden Einkerbungen, auf. Ziel für die Kinder ist es nun, das Brett mittels geschickter Körperbewegungen entlang der Holzbahn zu bewegen – und dabei natürlich nicht herunterzufallen. Für seinen Masterabschluss in Kommunikations- und Produktdesign hat Florian Ritter ein Projekt mit dem Namen „Grid Office“ entworfen: Moderne Glastische, die nebeneinander, einzeln und gegenüber zu Inseln gestellt werden können, stellen einen Systembaukasten für Großraumbüros dar. Aus verschiedenen Bauteilen können so ganz unterschiedliche Büros geschickt kombiniert werden.

Dazu gehört eine App, mit der der Grundriss schon im Vorfeld geplant werden kann. Die Produktdesignerin Ina Sverdlova hat aus der eigenen Erfahrung heraus einen Tisch konstruiert, der komplett ohne Schrauben nur mit einem ausgeklügelten Stecksystems auskommt. „Ich bin oft umgezogen und konnte die Möbel meistens nicht wieder aufbauen – weil etwas kaputt war oder Schrauben fehlten“, erklärte sie. Der Masterabsolvent David Gerards hat das regionale Kulturforum „Poebel“ entworfen: In einem Magazin, das seit Februar alle drei Monate in Aachen und der Euregio erscheint, kann jeder, der möchte, etwas Künstlerisches beitragen – seien es Fotografien, Lyrik, Gemälde oder Texte, es wird nicht selektiert.

Anschließend gibt es eine Galerie für alle, die mitgemacht haben, an ungewöhnlichen Orten in Aachen. „Heart for a tin man“ heißt der Animationsfilm des Kommunikationsdesigners Aleksandr Dolgij, der bei der Ausstellung auch gezeigt wird. Es gibt Filmmusik, Storyboards an den Wänden des Raums und Charakterausarbeitungen – eben ganz, wie es sich für einen richtigen Film gehört. Die Geschichte: Ein Roboter findet ein Vogelei, mit dem er sich mittels Klopfzeichen verständigt und möchte es vor den anderen Robotern beschützen. Auch Shawn Budorovits, ebenfalls Kommunikationsdesigner, hat einen Film gedreht, einen Actions-Kurzfilm. 13 Tage hat er mit 28 Leuten gedreht und bastelt momentan am Endergebnis. Auf der Ausstellung konnte man erste Eindrücke anhand eines Trailers und Making Of sammeln und Budorovits verriet: „Der Film soll den Hollywood-Produktionen in nichts nachstehen, nur mit einem deutlich kleineren Budget als diese auskommen.“

„Das Potenzial unserer Bachelor – und Masterstudenten führt jedes Jahr aufs Neue zu inspirierenden Ideen und Ergebnissen“, freute sich Prof. Helmut Jakobs, Dekan des Fachbereichs Gestaltung. Der Bezug zu aktuellen Themen und Problemen in Gesellschaft, Politik und Kultur zeige, wie vielfältig die Anforderungen an das Arbeitsprofil des Designers sind. Mindestens so unterschiedlich und breit gefächert wie die Abschlussarbeiten der Studenten.

Zu sehen sind die Arbeiten auch heute noch in der Fachhochschule am Boxgraben 100.

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