Design als eine Kombination aus Technik, BWL und Kunst

Von: Paula Schönfelder
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Lädt ein zum Kennenlernen der kreativen Studiengänge: Professor Christoph Scheller. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein Design-Student muss kein Picasso sein – ein Strichmännchen zeichnen zu können, reicht oft völlig aus. Mit Bleistift in der Hand in seiner Werkstatt, so stellen sich viele den klassischen Designer vor. Für den Fachbereich Gestaltung mit den Studiengängen Produkt- und Kommunikationsdesign ist es wichtig, dieses Vorurteil aus dem Weg zu räumen.

Denn viele kreativ veranlagte Schüler entscheiden sich trotz ihres Talents für eines der MINT-Fächer, das heißt Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Christoph Scheller von der Fachhochschule Aachen und Professor für Kommunikationsdesign, bedauert das.

„Viele Eltern möchten gerne, dass der Nachwuchs Geld verdient. Auch bei mir war das so.“ Vor allem durch den digitalen Wandel gebe es aber deutlich mehr Chancen für Designer. Neue Technologien wie das mittlerweile gar nicht mehr so neue Smartphone brächten viele Möglichkeiten. „Design ist keine brotlose Kunst“, ist Christoph Schelle überzeugt.

Stichwort Kunst: Damit habe Design weniger zu tun, als man zunächst meinen möchte. „Man kann es als Hybrid-Fach beschreiben“, erklärt Scheller. So setzt sich Design aus den drei magischen Bestandteilen Technik, Betriebswirtschaftslehre und Kunst zusammen. Manfred Wagner, Professor an der FH Aachen für Produktionsdesign, geht sogar einen Schritt weiter: „Ich würde Design mehr den Naturwissenschaften zuordnen als der Kunst.“ Denn wer einen der beiden Studiengänge unter dem Oberbegriff Gestaltung wählt, muss nicht perfekt zeichnen können.

Auch mit handwerklicher Kunst hat das Fach wenig zu tun. Design – das ist auch Unternehmensstrategie, Produktentwicklung, Marketing und Technik. „Man muss das Klischee des Designers heraus aus der Werkstatt holen“, meint Scheller. „Ein Designer ist auch ein Übersetzer. Er setzt Innovationen kreativ um und richtet sich dabei nach den Bedürfnissen und Anforderungen der Zielgruppe.“ Viele Technologien seien zwar nützlich, jedoch ohne einen Designer, der das Ganze kreativ verarbeitet, nicht ansprechend und damit erfolgreich.

Kreativität hängt also nicht unbedingt mit Kunst zusammen. Was ist dann aber „kreativ“ – und was nicht? Dazu hat Christoph Scheller drei goldene Regeln. Kreative Produkte müssen neu sein, Akzeptanz bei einer Gruppe finden und ein Problem lösen. Wer also Design studieren möchte, dem sollte es Freude bereiten, quer zu denken und ein Problem von allen Seiten zu betrachten. Hilfreich sind auch Neugier und der Wille, über den Tellerrand zu schauen.

Was bei der anwendungsbezogenen Ausbildung in den beiden Fächern der Gestaltung entsteht, ist am kommenden Donnerstag, 26. Januar, zu sehen. Studenten des Produktions- sowie Kommunikationsdesigns zeigen in der Fachhochschule am Boxgraben 100 ihre Arbeiten. Scheller und sein Kollege Wagner erhoffen sich vor allem, das romantische Bild eines Designers mit Bleistift und Papier in der Hand aus seinem Atelier holen zu können und zu beweisen, dass mehr dahinter steckt. Von 14 bis 21 Uhr können sich Interessierte selbst davon überzeugen und durch Gespräche mit Studenten und Professoren alles über die Studiengänge erfahren.

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