Des Kaisers Kräuter würzen den Tag

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Angetreten vor dem Rathaus: Die Karlsschützen feiern während des Karlsfestes ihr Pontifikalamt. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Schnee und Eis hatten den Markt in Beschlag genommen. Trotzdem herrschte mittelalterliches Treiben, wenn auch mit weniger Spektakel, als in den Vorjahren, in denen mit einem Mittelalterfest des Todestages von Karl dem Großen vor nun 1196 Jahren gedacht wurde.

Witterungsbedingt strömten zunächst die rund 4000 Besucher durch das Spalier der uniformierten Rathausgarde Öcher Duemjroefe, um an diesem „Tag der offenen Tür” die tatsächlich geöffneten Räume des Rathauses zu besichtigen.

Draußen aber duftete es nach den beliebten Karlswürsten, die die Fleischermeister der Innung Aachen-Stadt in Verkaufszelten anboten. Dazu Gemüsesuppe und Dinkelbrot. „Für die kalten Tage ist das genau das Richtige, kommen die Kräuter doch aus dem Gemüsegarten Karls des Großen, der schon damals Regeln für eine gesunde Ernährung festgelegt hat”, sagte Innungsobermeister Wolfgang Flachs. So warteten eintausend Karlswürste auf ihre Abnehmer. Die Mehrzahl der Käufer aber waren anfangs die „mittelalterlichen” Aktiven selbst. Da waren die acht Ritterschaften des Eynevolks, die KG Öcher Hunnenhorde in ihrer elften Session, einige Sänger von Chaos Cantabile und die historische 1. Volser-Hunnenhorde mit ihrem König Atilla.

Dieses freundschaftliche Euregio-Völkergemisch entsprach so ganz dem Tenor der Ansprache von Oberbürgermeister Marcel Philipp, die er zeitgleich bei der Matinee der Karlsschützengilde anlässlich ihres Patronatsfestes im Krönungssaal hielt. Er erinnerte an den Karlspreisträger des Jahres 2002 - den Euro. „Wenn Sie auf die Banknoten schauen, werden Sie feststellen: Europa weiß um seine Kultur,” sagte er. Und bereits Karl der Große habe der Kultur durch Denk- und Diskussionsforen in seiner Pfalz mit Gelehrten der Angelsachsen und Langobarden, Iren, Franken und Westgoten einflussreiche Impulse verliehen.

Mit einem Pontifikalamt hatten die Karlsschützen zuvor im Dom ihr Patronatsfest eröffnet. Hauptzelebrant war der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von Freiburg Dr. Robert Zollitsch, konzeleberiert von Bischof Heinrich Mussinghoff. Anschließend zog die Gilde, angeführt von der Musikvereinigung Roetgen, in einem Festzug zum Rathaus, wo sie nach einem seit Jahrhunderten verbrieften Recht alljährlich die Matinee zu ihrem Patronatsfest im Krönungssaal veranstaltet. Hier trug sich Erzbischof Zollitsch auch in das Gästebuch der Karlsschützen ein. Karlsschützen-Präsident Karl-Heinz van Eisern ehrte für langjährige Mitgliedschaft Waldemar Diener (20 Jahre) sowie Karl Plum, Martin Stangl, Paul Erkens und Rolf Peters (10 Jahre). Als verdiente Sportler erhielten die große, silberne Verdienstnadel: Maike Mehlkopf und Franz-Josef Rossbroich sowie die Jan-Wellem-Medaille in Silber für besondere Verdienste: Gerd Plum, Elke Heitzer und Otto Ritzerfeld.
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