Der Weg in die Normalität: „Ali” betreut Menschen mit seelischer Erkrankung

Von: Robert Flader
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Aachen. Für die „Aachener Laienhelfer Initiative” (Ali) bietet der 30. Geburtstag einen willkommenen Anlass, einen Blick zurück auf das bislang Erreichte zu werfen. Zurückblicken auf eine Zeit, wie Wolfgang Behrens es ausdrückt, „in der wir einiges bewegen und zahlreichen Menschen helfen konnten”.

Menschen, die mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen haben, mit Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen. Vielen konnte durch das ehemals ausschließlich ehrenamtliche Engagement geholfen werden. Der „Ali”-Geschäftsführer sagt das mit aller gebotenen Vorsicht und Bescheidenheit, ist dennoch ein klein wenig stolz auf den Werdegang der Bürgerinitiative, die Ende 1979 aus der Taufe gehoben wurde. „Psychische Erkrankungen sind heutzutage oft noch ein echtes Tabu-Thema.

Die meistens Leute trauen sich nicht, ihre Probleme anderen mitzuteilen.” Dabei steige die Zahl von psychisch Kranken, ein offensiver Umgang mit der Thematik „ist ein erster und wichtiger Schritt zur Heilung”.

Aufeinander zugegangen sind in den letzten Jahren bereits die Stadt, die Katholische Hochschule Aachen und die Bürgerinitiative, bei der aktuell 50 Personen hauptamtlich beschäftigt sind. Sie kooperieren heute in vielen Projekten und Veranstaltungen wie dem „Tag der Integration” oder der Vital-Messe. „So sind wir für die Leute in der Öffentlichkeit greifbar und bauen Berührungsängste ab.”

Einen neuen Schwerpunkt legt „Ali” dabei vor allem auf die Begleitung von 18- bis 27-Jährigen, die mit seelischen Erkrankungen zu kämpfen haben. „Wir arbeiten nicht therapeutisch, sondern helfen unseren Klienten bei wichtigen Dingen im Alltag, bei Arzt- oder Ämterbesuchen oder ganz einfach im vertrauensvollen Gespräch”, verdeutlicht Christina Scholven, Fachbereichsleiterin „Junge Erwachsene”.

Ziel sei es, die Lebensumstände zu verbessern, so dass die Klienten im Alltag mit ihrer Krankheit umgehen lernen. Bei rechtzeitigem Eingreifen ließen sich problematischen Entwicklungen vermeiden. Deshalb sei es wichtig, „dass die Leute den Weg zu uns nicht scheuen”.

Die Bürgerinitiative ist heute Träger zweier sozialpsychatrischer Zentren, „trotzdem ist es schwierig, Spenden zu akquirieren”, schränkt Behrens ein. Genau die seien aber nötig, um die Angebote langfristig aufrecht zu erhalten - und weiter auszubauen. Über 100 Jugendliche im gesamten Stadtgebiet werden zurzeit von „Ali” begleitet, rund 20 davon zwei- bis dreimal wöchentlich im „Betreuten Wohnen”. Die Begleitung, der Weg in die Normalität, dauere meistens einige Jahre, „doch das kommt ganz auf den einzelnen Menschen an”, sagt Scholven.

„Ali”: Kontakt und Angebote

Der „Offene Treff”, ein niederschwelliges Kontakt- und Beratungsangebot, kann an folgenden Tagen genutzt werden: montags, mittwochs und donnerstags zwischen 18.30 und 20.30 Uhr. Treffpunkt ist das Carl-Sonnenschein-Haus in der Stephanstraße 16-22.

Zusätzlich gibt es dienstags im gleichen Zeitraum einen „Girlsday”. Eine offene Sprechstunde für Betroffene und Angehörige findet mittwochs zwischen neun und elf Uhr im Haus der Aachener Laienhelfer Initiative in der Sophienstraße 15 statt. Schulen können sich telefonisch unter 0241/510000618 anmelden.
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