Der Tröötemann wacht nun am Kapuziner Karree über alle Jecken

Von: Nina Krüsmann
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Traditionsreicher Pappkamerad: Börjerwehr-Kommandant Michael Hommelsheim und der designierte Karnevalsprinz Michael II. enthüllten den Tröötemann im Kapuzinerkarree. Foto: Ralf Roeger
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Große Anerkennung: Wilm Lürken (3.v.l.) ist neuer Träger der Jupp-Schollen-Gedächtnisplakette der Börjerwehr. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wie in jedem Jahr startete die Stadtwache Oecher Börjerwehr am ersten Sonntag des Jahres mit der Enthüllung des Tröötemann in die närrische Session.

Dem designierten Aachener Prinzen Michael II. (Kratzenberg) gebührte die Ehre, den Blick auf die Symbolfigur in luftiger Höhe freizugeben. Ausgestattet ist der Tröötemann erstmals mit einem seiner Größe entsprechenden Vereinsorden, den Harry Ebert gestiftet hat.

Höhepunkt des närrischen Programms war die Ehrung von Wilm Lürken als Träger der Jupp-Schollen-Gedächtnisplakette 2016. Vorjahrespreisträger Bernd Marx hielt die Laudatio auf den neuen AAK-Ehrenpräsidenten und würdigte ihn als „leidenschaftlichen Karnevalisten“.

Seit 1973 ist Lürken im Karneval aktiv, war zunächst Ehrenhut und dann Oberehrenhut der Narrenzunft und schließlich Vizepräsident und Präsident des Vereins. Von 1998 bis 2015 war er Präsident des Festausschusses Aachener Karneval (AAK) und damit der Chef des Dachvereins aller Öcher Jecken.

Anerkennung

In dieser Funktion hat er die Bewerbung für die Anerkennung des Brauchtums Karneval als immaterielles Kulturerbe bis zum Erfolg vorangetrieben und mehrere Veranstaltungen im närrischen Terminplan etabliert, zum Beispiel die Sessionseröffnung „Vür wecke Öcher Jecke“ und das AAK-Weihnachtssingen am zweiten Adventssonntag auf dem Weihnachtsmarkt. Hinzu kamen der ökumenische Gottesdienst zum Auftakt der tollen Tage mit dem Entzünden der Karnevalskerze in der Citykirche sowie der Abschlussgottesdienst der Session am Aschermittwoch im Dom inklusive Närrischem Zapfenstreich zum Gedenken an die verstorbenen Karnevalisten.

Lürken hatte für die besondere Ehrung durch die von ihm geschätzte Börjerwehr eigens seinen Urlaub verkürzt. Er dankte dem Verein, der den Schlüssel besitze, um mit den Fastelovvend Frohsinn in der Stadt zu verbreiten.

Im Kapuziner Karree wacht nun der Tröötemann, eine überdimensionale Puppe aus Pappe, Latten, Leim und Farbe, über die Jecken. Er zeigt einen Uniformierten der Oecher Börjerwehr. Die Pappfigur steht für eine alte, im Rheinland gepflegte Tradition, bei der der Kirmesmann, hier eben Tröötemann genannt, symbolisch mit all den m Verlaufe der Festwochen angesammelten Sünden belastet wird.

Nach der mittelalterlichen Vorstellung, dass das Feuer reinigende Wirkung habe, wird die Figur zum Aschermittwoch verbrannt. Bei der Börjerwehr ist es Sitte, diese Tradition am Veilchendienstag ab 23 Uhr mit einem Trauermarsch von der Hauptpost am Kapuzinergraben bis zum Aachener Markt zu zelebrieren. Der Tröötemann spielt dann, als Schlusspunkt der Session, die Hauptrolle und wird auf dem Platz vor dem Theater Aachen öffentlich verbrannt.

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