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Der schnelle Griff zum Hörer, bevor Probleme auftauchen

Von: Esra Güner
Letzte Aktualisierung:
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Vermitteln, verbinden, vernetzen:Ab sofort bietet das Brander Seniorentelefon Hilfe im Alltag. Das Team, bestehend aus Wolfgang Müller (Bürgerverein) Willi Eschweiler (Leitungsteam), Norbert Klüppel, Ria Tauchert, Katharina Berndt (alle Seniorenbeirat) und Ute Reiber (Bezirksverwaltung) freut sich auf Anrufer.

Aachen. Behördenprobleme, Begleitung bei Arztbesuchen oder der Einkauf beim Supermarkt – im Alter werden die täglichen Dinge immer komplizierter. Das Brander Seniorentelefon bietet eine zuverlässige erste Anlaufstelle für die Probleme des Alltags älterer Mitbürger.

„Es ist eine Form der organisierten Nachbarschaftshilfe, ortsnah und zeitnah“, sagt Norbert Klüppel, Bezirkssprecher des Brander Seniorenrats der Stadt Aachen und einer der Leiter des Seniorentelefons. „Für darüber hinausgehende Probleme werden im Bedarfsfall Kontakte zu Fachstellen und sozialen Einrichtungen vermittelt.“

Entstanden ist das Brander Seniorentelefon im Rahmen von „Brand für alle“, einem Projekt der Gemeinwesenarbeit des Sozialverbands VdK. Ein professionelles Team leitete die Initiative bis November 2013. In den eineinhalb Jahren seit dem Start gingen bisher mehr als 400 Aufträge ein. „Ein Zeichen für Bedarf und Akzeptanz des Angebots“, ist sich Klüppel sicher. Grund genug also, um weiterzumachen: Seit dem 1. Januar führen der Seniorenrat der Stadt Aachen-Stadtbezirk Brand und der Bürgerverein Brand e.V. das Seniorentelefon ehrenamtlich fort.

Neun geschulte Mitarbeiter halten im Wechsel montags bis freitags das mobile Telefon für Anrufe von älteren Mitbürgern empfangsbereit; insgesamt helfen 28 Brander Ehrenamtler, die nötigen Aufträge auszuführen. Die Bandbreite ist groß: Von der Unterstützung beim Ausfüllen von Antragsformularen bis hin zu kleinen handwerklichen Hilfen wie zum Beispiel bei tropfendem Wasserhahn ist alles dabei.

Als Stützpunkt dient ein Büro in den Räumen der Lebenshilfe in der Schagenstraße 124, welches von der Gewoge-Aachen zur kostenfreien Mitnutzung zur Verfügung gestellt wurde. Während der Bürozeiten ist der Raum auch als persönliche Anlaufstelle nutzbar. Schließlich ginge es nicht nur um Alltagsfragen, sondern manchmal auch um das Thema Einsamkeit.

Mitarbeiterin Katharina Berndt ist schon länger dabei und zieht freudig Bilanz: Aus vergangenen gemeinsamen Spaziergängen und Besuchen zwischen Senior und Mitarbeiter hätten sich bereits einige Freundschaften entwickelt.

Auch der neue Bürostandort verfolge ein näheres Zusammenrücken, stellt das sechsköpfige Leitungsteam heraus. So wolle man das Wohngebiet Schagenstraße/Brander Feld beleben und es besser in den Stadtbezirk Brand integrieren. Eine Mitnutzung des Raumes durch eine Zweigstelle der Bücherinsel St. Donatus ist geplant. Finanzielle Unterstützung erhält das Seniorentelefon von der Bezirksvertretung Brand.

Die Stadt Aachen hat durch die Leitstelle „Älter werden in Aachen“ die Übernahme der laufenden Telefonkosten zugesagt. „Der Anruf ist also kostenlos und kann auch gerne anonym erfolgen“, hält Willi Eschweiler, Ehrenvorsitzender des Bürgervereins Brand, fest, der die Hemmschwelle der Anrufer noch weiter senken will.

Auch der jetzige Vorsitzende des Brander Bürgervereins, Wolfgang Müller, ist sich sicher, dass die Bürger von dem Seniorentelefon profitieren – und die Hilfe auch brauchen. „Deutschland wird älter, und Ältere haben längst nicht mehr immer ihre Kinder und Bekannten in ihrer Nähe.“ Umso wichtiger sei es deshalb, eine alternative Anlaufstelle für die Senioren zu schaffen.

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