Der Rasen ist mehr Pratsch als Pracht

Von: Stephan Mohne
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Es fehlt noch etwas zum Glück: Im „neuen” Elisengarten will der Rasen trotz mehrere Saatversuche nicht wachsen. Trockenheit und Kälte sind die Gründe. Veranstaltungen können dort in näherer Zukunft nicht stattfinden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Zu trocken, zu kühl: Im Elisengarten bietet sich ein Bild kümmerlichen Pflanzenwachstums. Der längst eingesäte Rasen will einfach nicht sprießen. Braun statt grün kommt das aufwändig umgestaltete Stückchen Naherholungsfläche mitten in der Innenstadt daher.

Dabei hat die Stadt schon zwei Versuche gestartet, mit frischen Samen den gewünschten Erfolg hochzuzüchten. Vergebens. Das zieht die eine oder andere Folge nach sich. Über die Problematik hat jetzt die „Baukonferenz” innerhalb der Verwaltung beraten. Tenor: Schonung ist angesagt. So wird es in den kommenden Monaten dort keine Veranstaltungen geben dürfen.

Das betrifft zum Beispiel eine Aktion im Rahmen des Kulturfestivals „across the borders”. Märchenerzählerin Regina Sommer sollte im Elisengarten Zwischenstation im Zuge einer Erzähltour mit Pferd und Kutsche machen. Das Gespann muss nun aber einen Bogen um den Garten machen. Beim städtischen Kulturbetrieb sieht man darin kein größeres Problem, wie Stadtpressesprecher Hans Poth auf Anfrage erklärte. Zum Glück ist das Event noch nicht in bereits gedruckten Infobroschüren aufgeführt.

Das nicht wachsen wollende Grün könnte aber auch die Börjerwehr schwarz sehen lassen. Die Stadtwache hat dem Vernehmen nach nämlich ihr Sommerfest im Elisengarten geplant. Was daraus wird, darüber sei noch nicht endgültig entschieden, so Poth. Die Verwaltungsspitze wolle sich möglicherweise mit diesem Problem noch befassen.

Bewässerungsanlage läuft jetzt

An den Start gehen kann hingegen jetzt endlich eine Bewässerungsanlage, die bislang noch außer Dienst gestellt war - wegen der Kälte und immer noch zu erwartender Nachtfröste. Für den oberen Teil des Elisengartens müssen allerdings umfänglichere Maßnahmen in Sachen Rasenrettung ergriffen werden. Im Bereich des Geldbrunnens wird die Saat eingezäunt, für den Rest des Gartens hofft man, dass es auch ohne klappt.

Allerdings macht man sich bereits Gedanken darüber, noch einmal in die Planung einzusteigen. Überlegt wird etwa, ob die Laufwege der meisten Leute nicht noch zu echten, fest angelegten Wegen gemacht werden sollen. Und ob einige Blumenbeete doch noch einen „Trampelschutz” - auch in Form von Einzäunungen - bekommen. Eben weil einige Laufwege bislang mitten durch besagte Beete gebildet haben. Mit entsprechend geknickter Flora.

Wäre da die bisher noch nicht gebaute, mehr als 800000 Euro teure Archäologische Vitrine. Die ist auch weiterhin geplant. Allerdings haben mittlerweile mehr und mehr Ratspolitiker doch Bauchschmerzen mit dem Projekt. So legte jüngst SPD-Planungspolitiker Norbert Plum eine Ratsanfrage auf den Tisch, ob das Teil denn überhaupt mit dem Baurecht vereinbar sei. Sei es, antwortete die Verwaltung ihm. Einige vormalige Befürworter des Plans stellen sich mittlerweile hinter vorgehaltener Hand die Frage: „Ob das da wirklich hinpasst?” Sie werden es erst beurteilen können, wenn der Bau steht. Denn eine neuerliche Diskussion darüber soll es nach jetzigem Stand nicht geben.
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