Der Preis bringt Läufer auf Trab

Von: Andreas Steindl
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Zur Anwendung kommt der Knüppel nur im Pokalschrank: Hans-Gerd Vogelsberg und Helmut Pribyl (rechts) mit der ausgefallenen Trophäe, die die DLC-Laufgruppe an trainingsbereite Mitstreiter verleiht. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Man stelle sich vor, der ,Goldene Knüppel wird von Pribyls Hunden apportiert, das wäre ja furchtbar”, heißt es in der Laudatio für den neuen Preisträger eben jenes „Goldenen Knüppels”. Und wenn es darum geht, kennt die „Mittwochsrunde” des DLC Aachen keinen Spaß.

Der Preisträger muss den monströsen Preis hegen und pflegen, sogar jederzeit sichtbar für Passanten am Fenster seiner Wohnung platzieren.

Doch der Reihe nach. Es war Mitte der sechziger Jahre im vorigen Jahrhundert. Als Läufer auf Wald- und Feldwegen wurde man eher belächelt. Diese Art der Bewegung war als Volkssport noch unbekannt.

Zwar gab es den DLC schon etwas länger, aber nur eine Gruppe Unentwegter traf sich jeden Sonntag vor den Toren des Waldstadions. Doch Georg Hilger und Helmut Pribyl war das zu wenig: Ein zusätzlicher Trainingstag musste her, und so entschied man sich für Mittwoch, 19 Uhr.

Ein Termin, bis heute in Stein gemeißelt, über Jahrzehnte nicht verändert, niemals abgesagt, bei extremer Hitze, bei extremer Kälte, bei Wind, Regen, Schnee und Nebel.

„Mindestens zwei Läufer fanden sich immer ein”, weiß Hans-Gerd Vogelsberg zu berichten. Der harte Kern der Gruppe besteht aus 10 bis 15 Läufern, der Jüngste ist Anfang 30, die ältesten sind 75 Jahre alt.

Sommer und Winter

Auch die gelaufenen Strecken sind seit Jahrzehnten die gleichen. Es gibt genau zwei: eine Sommerstrecke und eine Winterstrecke, gewechselt wird immer im März und Oktober, wenn die Sommerzeit auf die Winterzeit folgt und umgekehrt.

„Im Sommer starten wir am Waldstadion und dann geht es rauf zur Pionierquelle bis zum Talbothof”, kann Helmut Pribyl die Strecke blind laufen. Und im Winter läuft man an Alt Linzenshäuschen los und am Talbothof und Gut Entenpfuhl vorbei. Rund elf Kilometer messen beide Strecken, etwa 75 Minuten wird den Füßen keine Pause gegönnt.

„Das ging früher natürlich deutlich schneller”, blickt Pribyl etwas wehmütig auf seine Bestzeit dem Jahr 1978 zurück: 41 Minuten und 30 Sekunden steht da in der Statistik. Ja genau, eine Statistik wird auch geführt in der „Mittwochsrunde”. Schließlich gibt es am Ende jeder Wintersaison einen als gruppeninternen Wettkampf ausgerufenen Abschlusslauf.

Wer nun denkt, die illustre Truppe kennt nur ein paar Waldwege zwischen Linzenshäuschen und dem Waldstadion, der liegt falsch. Die Gruppe hat schon gut ein Dutzend Weltmetropolen „unter die Füße” genommen: Marathonläufe in New York, Paris, Rom, Venedig, London, Berlin, Warschau, Istanbul, Venedig, Berlin, Lissabon, Bordeaux oder Oslo werden unvergessen bleiben.

Früher gab es noch einen 75- Kilometer-Pfingstlauf von Lüttich über Maastricht nach Aachen oder den 100-Kilometer-Lauf in Biel. Aber ausgerechnet beim vom DLC selber veranstalteten Sylvesterlauf findet man die „Mittwochsrunde” nicht in den Starterlisten: „Da helfen wir gerne in der Organisation, ich zum Beispiel als Streckenposten”, erklärt der ehemalige DLC-Geschäftsführer Vogelsberg.

Und was hat es nun mit dem „Goldenen Knüppel” auf sich? „In den ersten Jahren lief auch Heinz Breuer mit. Für ihn war jedes Training auch ein Wettkampf und so ,knüppelte er jeden Mittwoch die elf Kilometer lange Trainingsstrecke unter 45 Minuten herunter.

Unser damaliger Mitläufer Wolfgang Plege fand eines Tages an der Pionierquelle einen Knüppel, vergoldete ihn, befestigte ihn auf einem Holzbrett und überreichte ihn Heinz nach einem Abschlusslauf”, erinnert sich Helmut Pribyl, selber übrigens aktueller Preisträger.

Heute wird der Preis an den vergeben, der sich durch besonders eifriges Training auszeichnet. Apportierende Hund sind davon übrigens ausgenommen...

Folgende Distanzen werden beim Sylvesterlauf angeboten: 2,2 Kilometer für bis 15-Jährige; Start: 14.15 Uhr; 4800 Meter ohne Altersklasse; Start: 14.45 Uhr; 10000 Meter; Start: 15.30 Uhr.

Das Startgeld beträgt für Erwachsene 15 Euro, für Jugendliche bis 19 Jahren 8 Euro. Im Startgeld inbegriffen ist ein aktuelles Funktionsshirt.

Anmelden kann man sich beim Hauptsponsor Intersport Drucks an der Alexanderstraße oder online unter http://www.dlc-sylvesterlauf.de

Die Startnummernausgabe erfolgt ab 21. Dezember bei Drucks, am 30. Dezember von 16 bis 18.30 Uhr in der Aula Carolina an der Pontstraße/Nähe Markt sowie am 31. Dezember in der Aula Carolina ab 11 Uhr.

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