Der Mord am Schuldenberg

Von: chc
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Befassen sich derzeit mit fundamentalen Themen: Regisseur Ludger Engels (links) und Dramaturgin Anne-Kathrin Schulz bringen Kellys „Liebe und Geld” auf die Kammer-Bühne. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Es ist noch gar nicht so lange her, da stellte ein bärtiger Fernsehmoderator seine geladenen Gäste regelmäßig vor die Wahl: „Geld oder Liebe?” Dem Publikum des Stadttheaters bleibt diese schwierige Entscheidung erspart. Sie bekommen gleich beides.

Zumindest wenn sie am Freitag, 6. März, 20 Uhr, die Kammer besuchen. Dann feiert nämlich das Schauspiel „Liebe und Geld” aus der Feder von Dennis Kelly Premiere.

Seichte Unterhaltung ist dabei sicher nicht zu erwarten. Das was Regisseur Ludger Engels gemeinsam mit Dramaturgin Anne-Kathrin Schulz da auf die Bühne bringt, ist eindeutig von anderem Format, als die Spielshow des bärtigen Moderators. „Es geht um Mord”, sagt Engels. Das ist kein Geheimnis, schließlich beginnt das Stück gleich mit einem Geständnis.

Als David von einer Testfahrt mit dem heiß ersehnten aber finanziell unerreichbaren „Ford Mondeo” zurückkommt, findet er seine Jess in apathischem Zustand vor. Sie hat sich eine Überdosis Tabletten verabreicht und schnell kommt David die Idee, dass mit dem Tod seiner Frau auch der erdrückende Schuldenberg aus seinem Leben verschwinden würde ...

Für Engels ist es einfach „ein supertolles Stück mit schnellen Dialogen”. Von einzelnen Szenen mag er im Zusammenhang mit „Liebe und Geld” gar nicht sprechen. Eher von Episoden, von denen jede in sich abgeschlossen ist und der Regisseur ist sich sicher, „dass sich die Zuschauer darin wiederkennen werden.” Zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Engels: „Kelly lässt die Episoden plötzlich abstürzen, sie werden schräg.”

Für Dramaturgien Schulz, für die das Stück die Premiere in Aachen ist, hat es schon fast eine „Kriminalstruktur”. Was nicht zuletzt daran liegen dürfte, dass die Geschichte quasi verkehrt herum erzählt wird. Der Schluss steht am Anfang „und von da an geht es zurück und wird langsam aufgedröselt”, sagt Engels. Eine Pause verbietet sich in der rund eindreiviertelstündigen Aufführung allein schon mit Blick auf den Spannungsbogen: „Das ist für mich auch so eine David-Lynch-Sache mit thriller-artigen Elementen.”

Es dürfte in jedem Fall spannend werden. Und das die Thematik von „Liebe und Geld”, angesiedelt zwischen Sehn- und Kaufsucht, angesichts einer allgegenwärtigen Finanzkrise äußerst aktuell ist, steht außer Frage.
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