Der „Kannale Grande” ist endlich geschlossen

Von: Peter Motz
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Zur Feier des Tages steigen Luftballons: Nach 19 Monaten Bauzeit ist die Annastraße gestern Morgen „wiedereröffnet” worden. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Den Graben vor ihren Türen tauften sie „Kannale Grande”. Die Buddelzeit überbrückten sie mit Aktionen wie Baustellen-Boule und närrischem Prinzenbesuch. Die Anwohner und Ladenbesitzer in der Annastraße bewiesen Humor.

Am Mittwoch lachten sie mit Vertretern von Stadt und Stawag um die Wette - auch, wenn aus geplanten zwölf Monaten Bauzeit knapp 19 Monate wurden. Eine der ältesten Aachener Straßen ist wieder wie neu.

Und neu, das soll auch fußgängerfreundlich heißen: Während die Stadt in der Straßenmitte das ursprüngliche Alstadt-Großpflaster wieder einsetzen ließ, wurden die Randbereiche mit Blausteinplatten belegt und mit Randmarkierungen aus Blaubasalt-Kleinpflaster versehen.

Die schicke Straßendecke soll so schnell nicht mehr aufgerissen werden. Stawag-Vorstand Dr. Peter Asmuth jedenfalls hofft, dass der neue Kanal „ebenfalls 120 Jahre hält”. So alt sei nämlich der wegen gestiegener Anforderungen erneuerte gewesen. Zusätzlich zum Kanalsystem verlegte der Energiedienstleister neue Wasser-, Strom- und Gasleitungen. Und NetAachen zog Glasfaserkabel für schnelle digitale Datenübertragung ein.

Auf direkte Kommunikation von Mensch zu Mensch setzte derweil die IG „Kannale Grande”. Der Zusammenschluss von Anwohnern und Ladenbesitzern sei mit dem Wunsch gestartet, „eine Baustelle einmal positiv zu begleiten”. Mit viel gegenseitiger Rücksichtnahme habe man für „die erste Aachener Großbaustelle ohne Negativpresse” sorgen können, sagte IG-Sprecher Martin Görg.

Oberbürgermeister Marcel Philipp lobte dieses gute Klima ausdrücklich. Das Miteinander sei vorbildlich gewesen, trotz „gefühlter Bauzeit von drei bis fünf Jahren”. Bevor er die Schere ansetzte, um ein zur feierlichen „Wiedereröffnung” über die Annastraße gespanntes Band zu durchschneiden, nahm er auch seine Stadtverwaltung in Verantwortung. Denn an anderer Stelle, sprich bei anderen Baustellen, müsse die Frage gestellt werden, „ob es so, wie es läuft, optimal abläuft”.

Die alten Römer sollen wohl nicht für alles verantwortlich gemacht werden. In der Annastraße wurden nach Auskunft des städtischen Presseamtes „nur wenige, unspektakuläre Funde, ein paar Murmeln, eine Pfeife” gefunden. Bei der archäologischen Begleitung der Bauarbeiten habe man zudem Reste der alten Stadtmauer entdeckt und dokumentiert.

Auf den Resten liegt jetzt der neue Annastraßenbelag. Dass der zugeschüttete „Kannale Grande” nun am Rande „barrierefrei” ist, wie Baudezernentin Gisela Nacken froh in die Rede des Stawag-Vorstands hineinrief, bewies wie auf Zuruf ein älterer Herr im Elektrorollstuhl - wohl ein Zufall.

Diejenigen, denen später ein bunter Ballon zufiel, wissen schon, was in der Annastraße als nächstes passiert. Die IG ließ die Werbeballons gemeinsam mit der „Designmetropole Aachen” steigen, um Werbung fürs kommende Wochenende zu machen. Parallel zum Kunsthandwerkermarkt gibt es ein Straßenfest, bei dem neben den Annastraßenläden eben auch junge Designer ihre Angebote präsentieren.
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