Aachen - Der Kampf um das Rabental geht auf der Straße weiter

Der Kampf um das Rabental geht auf der Straße weiter

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
Rabental-Demo
Bei der Demo hieß es: Hände weg vom Rabental. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Der ältere Herr kommt gerade noch rechtzeitig. „Natürlich laufe ich hier mit”, sagt er. „Schließlich geht es um meine alte Wanderecke.”

Helmut Laut schließt sich mit seiner Frau Renate wie selbstverständlich noch schnell den rund 200 Aktivisten an, die im Zuge des neuen Campus Melaten unter dem Motto „Hände weg vom Rabental” für den Erhalt des Erholungsgebietes demonstrieren.

Laut wohnt seit Jahrzehnten auf der Hörn, das Rabental nutzt der pensionierte Beamte nach eigener Aussage als „Rückzugsgebiet, für schöne Spaziergänge. Das darf einfach nicht dem neuen Campus zum Opfer fallen.” Er wünscht sich, dass alle Parteien noch einmal den Bebauungsplan überdenken. Dafür setzen sich die Lauts ein, dafür marschieren sie mit.

„Keine Qual für´s Rabental” oder „RWTH + BLB, Tut dem Rabental nicht weh”: Die Kreativität der Demonstranten, betroffene Anwohner wie die Lauts sind ebenso dabei wie der Aachener Naturschutzbund (NaBu) und zahlreiche weitere Umweltaktivisten, kennt keine Grenzen.

Mit dutzenden selbstgebastelten Schildern starten die engagierten Naturschützer in der Mies-van-der-Rohe-Straße, vor dem Sitz des Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB), der mit der Planung der Campus-Projekte betraut ist. Über den Seffenter Weg, vorbei am Westbahnhof Richtung Audimax und Ponttor zieht es die Demonstranten, denen sich während des Marsches immer mehr Leute anschließen. Sie wollen aufmerksam machen, das gelingt ihnen.

Schließlich erreichen sie über die Pontstraße das Hauptgebäude der RWTH. „Unser Protest richtet sich nicht gegen den neuen Campus im allgemeinen”, hält Thomas Kirchübel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Es gibt aber absolut keine Notwendigkeit, das Rabental in die Bebauungspläne mit einzubeziehen. Ohne das Rabental wird das Projekt in keinster Weise eingeschränkt.”

Ihr Ärger geht vor allem an die Adresse der Grünen, „die vor der Wahl unter allen Umständen für den Erhalt des Rabentals kämpfen wollten und nun in der neuen Koalition offensichtlich eingeknickt sind.”

Helmut Laut ist mit der Demonstration zufrieden, er hat sich gern für „sein" Rabental eingesetzt. „Vielleicht können wir die Politik damit ja doch noch zu einem Umdenken bewegen”, hofft er, dass sein altes Wandergebiet nicht Baggern zum Opfer fallen wird. „Da würde ein grünes Stück Geschichte wegfallen.”
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