Der Kaiser hat einen echten Konkurrenten

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Durch die Stadt: Vom Elisenbrunnen gingen die Karlschützen mit Gästen und Honoratioren zum Dom. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Kaiser Karl schien auf seinem Eäzekomp fast ein wenig zu schmunzeln. Das Wochenende mit dem Patronatsfest stand ganz im Zeichen des historischen Kaisers. Und auch die Karlsschützengilde mit ihrem Kaiser und Schützenkönig 2008/2009 Alfred Defourny stand im Mittelpunkt des vergangenen Wochenendes.

Eröffnet wurde das Karlsfest traditionell mit einem beeindruckenden Pontifikalamt im vollbesetzten Aachener Dom. Konzelebranten waren Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, Apostolischer Nuntius in Deutschland, Bischof Heinrich Mussinghoff und Aachener Domkapitulare.

Mit dem jährlich wiederkehrenden Karlsfest werde in Aachen bewusst Geschichte gelebt, die nicht an den Stadtmauern ende, sondern Europa ein neues Gesicht gegeben habe, das die Jahrhunderte überdauere, hieß es in der Predigt des Erzbischofs. Später trug sich Erzbischof Périsset im Rathaus in das Goldene Buch der Stadt Aachen ein.

Der Herold begrüßt

Auf dem Markt herrschte derweil mittelalterliches Treiben, zu dem vor allem die Bürgerschaft eingeladen war. Von der Brüstung herab wandte sich ein „Herold” an das „Volk zu Aachen” und verkündete, dass das Eynevolk, die Aachener Rathausgarde der Öcher Duemjroefe, die Erste Öcher Hunnenhorde, die Stadtreiter, die Musik- und Gesangsgruppe „Chaos Cantabile” sowie auch die Aachener Metzger keine Mühen gescheut hätten, „ein kurzweilig Fest” zu bereiten.

Doch viele der Besucher nutzten zunächst die Möglichkeit, beim „Tag der offenen Tür” das Rathaus zu besichtigen. „Mit 6200 Besuchern hatten wir in diesem Jahr einen Rekord zu verzeichnen”, konnte abends Alexander Lohe, Leiter des OB-Büros, mitteilen. Das lag nicht zuletzt daran, dass im Rathaus im Moment viel neu gestaltet wird.

Zu Füßen des Eäzekomp aber drängten sich zunehmend die Menschen, so dass die 24 Metzger der Fleischerinnung Aachen-Stadt immer wieder ihren Vorrat an „mittelalterlichen Mett-Enden”, Dinkelbrot und Gemüseeintopf auffrischen mussten. „Auch in diesem Jahr ist der Erlös wieder für den Rathausverein bestimmt”, erklärte Innungsobermeister Wolfgang Flachs.

Duemjroefe auf dem Posten

„Chaos Cantabilé” sang mittelalterliche Minne- und Trinklieder, das Eynevolk trug Schwertkämpfe aus und die Hunnenhorde wurde in ihren historischen Kostümen ebenso bewundert, wie ein Falkner mit seinem Greifvogel.

Im Rathaus aber hatten die Duemjroefe mit ihren Hellebarden Posten bezogen. Im Krönungssaal hielten derweil die Karlsschützen ihre Fest- und Generalversammlung ab, bei der weitere Sportler- und Jubilarehrungen vorgenommen wurden.

Zu einer freundschaftlichen Begegnung kam es dabei auch zwischen Bischof Mussinghoff, dem griechisch-orthodoxen Bischof Evmenios und dem neuen Rabbiner der jüdischen Gemeinde Mordechai Max Bohra. Unter den Ehrengästen war auch Aiman El Attar vom Vorstand des Islamischen Zentrum Aachen.

In seinem Grußwort betonte Linden, dass es für Frieden und soziale Gerechtigkeit auf unserem Kontinent keine andere Alternative als ein vereintes Europa geben kann.
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