Aachen - Der Hotelneubau auf der Großkölnstraße ist gescheitert

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Der Hotelneubau auf der Großkölnstraße ist gescheitert

Von: Robert Esser
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Schandfleck im Herzen Aachens: Seit 1999 vergammelt das alte Pfeifferhaus in der Großkölnstraße, Eigentümer ist seit Jahren das Düsseldorfer Modehaus Peek & Cloppenburg. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Gute Nacht? Der geplante Hotelneubau des renommierten Hamburger Investors Ludger Inholte Projektentwicklung (LIP) an der Großkölnstraße ist endgültig vom Tisch. Die Gespräche zwischen LIP und Stadt Aachen sind geplatzt.

Seit 1999 vergammelt in der vormals blühenden Einkaufsstraße das ehemalige Pfeifferhaus, das seit Jahren dem Düsseldorfer Moderiesen Peek & Cloppenburg (P&C) gehört. Zuletzt hatte Inholte, der deutschlandweit Mammutbauvorhaben in Metropolen realisiert, persönlich in Aachen um einen Kompromiss für den Neubau mit Oberbürgermeister Marcel Philipp gerungen, der die Entwicklung der Einkaufstraße zur Chefsache erklärt hatte – was von vielen benachbarten Geschäftsleuten vor Ort ausdrücklich begrüßt wird, weil endlich Bewegung in die Sache kommt.

Aber LIP bestand auf ein zusätzliches Staffelgeschoss für den massiven Hotelneubau. Und das ist an dieser Stelle mit den bauordnungsrechtlichen Vorgaben der Stadt nicht vereinbar. Letztlich ging es offenbar um einen Unterschied von knapp zwei Metern. Der Höhenverzicht hätte dem Vernehmen nach dazu geführt, dass das Hotel nur mit 135 statt 148 Zimmern auszustatten gewesen wäre. Weil der Kaufpreis für die abrissreife Schrottimmobilie auf wertvollem Grund und Boden im Herzen der Kaiserstadt aber von P&C extrem hoch angesetzt war, hätte sich der ambitionierte Hotelbau nach Einschätzung der Investoren kaum noch gerechnet. Wenn die Rendite nicht stimmt, suchen Investoren das Weite. Aber die Stadt wollte sich wohl auch nicht erpressen lassen – trotz des schäbigen P&C-Schandflecks im historischen Stadtkern.

„Es ist schade, dass wir an dieser Stelle noch keinen weißen Rauch vermelden können“, erklärte OB Philipp am Donnerstag auf AZ-Nachfrage. „Das Thema ist uns an dieser zentralen Stelle der Innenstadt enorm wichtig. Es handelt sich tatsächlich um ein Schlüsselgrundstück“, sagte er. Dies gilt auch im Hinblick auf die Überplanung des benachbarten Nikolausviertels bis zum Büchel. Umso ärgerlicher sei es, dass die Entwicklung dieses Areals so lange auf sich warten lasse. Aber bauordnungsrechtliche Vorgaben könne man nicht so einfach über Bord werfen, stellte der OB klar.

Nachdem LIP die Koffer gepackt hat, ist an der Großkölnstraße jedoch – um bildlich im Thema zu bleiben – noch nicht aller Tage Abend. „Das Interesse verschiedener namhafter Investoren an dem Grundstück ist nach wie vor groß“, sagt Philipp. Das Thema werde weiterhin vom OB-Büro behandelt, versicherte er.

In den kommenden Wochen stehen dazu im Vorfeld auch auf anderen Verwaltungsebenen Gespräche an. Aus gut informierten Kreises heißt es, dass derzeit ein Alternativvorschlag eines anderen auswärtigen Investors favorisiert wird. Der soll aber kein exklusives Hotel, sondern ein Gebäude mit durchmischter Nutzung im Sinn haben – das keinesfalls die zulässige Bauhöhe überschreitet. Die Planungen sehen im Erdgeschoss einen großen Lebensmittel-Supermarkt vor, darüber eine Art Boardinghouse (also einen kleineren Beherbergungsbetrieb im preiswerteren Segment) und in den oberen Etagen Mietwohnungen. In den kommenden sechs bis acht Wochen soll das Konzept ausgereift sein. So sollte es nicht lange dauern, bis das nächste OB-Gespräch mit einem Investor für die Großkölnstraße anberaumt wird.

Mitglieder der Interessengemeinschaften der benachbarten Einzelhändler vom Markt bis zur Hotmannspief zeigten sich nun zuversichtlich, dass die P&C-Ruine nach fast zwei Jahrzehnten Stillstand tatsächlich bald in der Großkölnstraße zugunsten eines Neubaus verschwindet. P&C will schließlich spätestens im kommenden Jahr in der Aachener Adalbertstraße ein riesiges Modehaus errichten. Das dortige Wehmeyer-Haus steht erst seit knapp fünf Jahren leer. Wie viele Nächte noch bis zum Abriss abgeschrieben werden müssen, liegt noch nicht auf dem Tisch.

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