Der Hit: Mit dem Transporter in den Supermarkt

Von: Oliver Schmetz
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Tatort eines spektakulären Einbruchs: In den Eingangsbereich des Hit-Marktes an der Krefelder Straße krachte in der Nacht zum Freitag ein Mercedes-Transporter rückwärts hinein. Der Versuch, den Geldautomaten mit einem Abschleppseil aus der Verankerung zu reißen, scheiterte allerdings. Foto: Andreas Herrmann
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Filialleiter Werner Römgens: „Die kamen hier in aller Ruhe herein, als hätten sie einen Arbeitsauftrag.“ Foto: Andreas Herrmann
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Aachen. Wenn die Sicherheitsfirma spätabends beim Filialleiter eines Supermarkts zu Hause anruft, ist das nie ein gutes Zeichen. Und so war es auch am Donnerstag, als es um kurz nach 23 Uhr bei Werner Römgens, dem Leiter des Hit-Marktes an der Krefelder Straße, klingelte.

Der Alarm sei ausgelöst worden, teilte ihm der Wachdienst mit. Römgens fuhr zu dem Neubau am alten Tivoli und sah sofort, weswegen die Alarmanlage angeschlagen hatte: Die großen Glasschiebetüren waren weg, der Supermarkt stand quasi weit offen und der Eingangsbereich war schwer verwüstet.

Den Grund für das nächtliche Chaos konnte die Polizei wegen der Aufnahmen der Überwachungskameras schnell ermitteln: Drei Männer waren mit einem Mercedes-Transporter rückwärts in die Glasfront des Portals gefahren und hatten dabei die Schiebetüren nach innen gedrückt und zertrümmert.

Dann banden sie ein Abschleppseil um den Geldautomaten, der dort im Eingangsbereich steht, befestigten das Seil an der Anhängerkupplung ihres Fahrzeugs und gaben kräftig Gas – allerdings vergebens. Der Geldautomat ließ sich nicht abschleppen und blieb – wenn auch etwas zerdrückt – an Ort und Stelle. Nach ein paar Versuchen gaben die Täter auf und suchten das Weite, vermutlich weil sie bemerkt hatten, dass die Alarmanlage losgegangen war.

Die Fahndung der Polizei, die auf die gesamte Grenzregion ausgeweitet wurde, brachte keinen Erfolg. „Am Tatort konnten zahlreiche Spuren gesichert werden“, sagt Polizeisprecher Paul Kemen. Die Ermittlungen konzentrierten sich nun auf der Fahrzeug der Einbrecher: Gesucht wird ein heller Mercedes-Transporter vom Typ Vito oder Viana, dessen Heck erheblich beschädigt sein muss.

Einen ähnlich spektakulären Fall hatte es vor fast genau einem Jahr gegeben, als fünf Männer mit einem Kastenwagen den Eingangsbereich der Postfiliale am Pontdriesch durchbrachen und dort den Geldautomaten raubten. Allerdings währte ihre Freude über den Coup nicht lange. Zum einen wurde das Geld durch rote Farbe automatisch unbrauchbar gemacht, zum anderen wurden die Täter später geschnappt. Ende September gab die Polizei die Festnahme einer rumänischen Bande bekannt, der neben dem Aachener Fall rund 60 Taten in Deutschland, Holland, Belgien und Frankreich zur Last gelegt werden.

Professionell hätten auch die Einbrecher im Hit-Markt gewirkt, sagt Filialleiter Römgens nach Ansicht der Videobänder – auch wenn der erfolglose Ausgang eher stümperhaft wirke: „Die kamen hier in aller Ruhe herein, als hätten sie einen Arbeitsauftrag.“ Mit der aktuellen Raubserie in NRW, bei der Geldautomaten gesprengt werden, hat der Hit-Fall nach Ansicht der Polizei wohl nichts zu tun. „Das ist wohl eine andere Gruppe“, sagt Kemen.

Womit auch der Filialleiter dem Ganzen noch etwas Gutes abgewinnen kann. „Zum Glück wurde der Automat nicht gesprengt“, sagt Römgens. „Denn dann hätten wir heute kaum öffnen können.“

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