Aachen - Der Gott des Windes macht das Rennen

Der Gott des Windes macht das Rennen

Von: Sebastian Dreher
Letzte Aktualisierung:
Auto/AZ
Formel 1 in der Schule: Die Landesmeisterschaften NRW 2010 im Einhard-Gymnasium. Foto: Julian Omonsky

Aachen. Man muss schon genau hinsehen, sonst ist das Rennen vorbei, bevor man es gemerkt hat. Auf Knopfdruck zischen die etwa 20 Zentimeter großen Modellrennboliden die Rennstrecke entlang. Pro Rennen verstreichen da nur 1,5 Sekunden.

Dabei erreichen die Raser Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometer - und das bei einer Beschleunigung, bei der selbst die echten Formel 1-Rennwagen nicht mithalten können.

Die 20 antretenden Rennteams aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind wie ein echter F1-Rennstall von der Entwicklung bis zum Marketing für alle Arbeitschritte verantwortlich. „Ich war platt, als ich gesehen habe, was die Schüler hier auf die Beine stellen”, sagt Hermann Tilke, Schirmherr des Rennens. Den Aachener Bauingenieur und Entwickler von Formel-1-Rennstrecken beeindrucken vor allem das Teamwork und das Know-how innerhalb der Gruppen.

Hartes AUswahlverfahren

Mit Hilfe modernster Software entwickeln die Schüler die kleinen Flitzer erst am Rechner und erwecken sie dann mit speziell für den Lehrbetrieb ausgelegten Fräsmaschinen zum Leben. Darüber hinaus besorgen sie sich Sponsoren, entwerfen Teamkleidung und präsentieren sich auf einem selbst entworfenen Messestand.

Vorab musste sich jedes Team bei der Formel 1 in der Schule gGmbH in Heidelberg bewerben und in einem Auswahlverfahren inklusive Finanzplänen und schriftlicher Dokumentation gegen Konkurrenten durchsetzen.

„Die Schüler haben ungefähr ein Jahr Zeit, sich auf diesen Wettkampf vorzubereiten”, sagt Markus Schmitz vom Einhard-Gymnasium, das als Gastgeber selbst vier Teams stellt. Der Mathematik- und Physiklehrer hat zusammen mit seinem Kollegen Max Wilke das Projekt als AG betreut und ist selbst verblüfft, was seine Schüler dabei für ein Potenzial freigelegt haben. Das Foyer der Schule wirkt tatsächlich wie eine Boxengasse: Bildschirme zeigen 3D-Präsentationen, Menschen in Overalls hasten umher und die Logos der Sponsoren sind allgegenwärtig.

Nacheinander treten die Rennboliden auf der zweispurigen Bahn gegeneinander an. Dabei kommt es vor allem auf das Reaktionsvermögen desjenigen an, der nach dem „grünen Signal” die in das Auto integrierte Gasampulle zündet.

Dann zeigt sich, welcher Wagen die beste Konstruktion und Aerodynamik besitzt.

Nicht nur schnelles Auto zählt

Am Ende der Veranstaltung werden die Teams mit den schnellsten Autos und der besten Teamdarstellung gekürt und erhalten aus der Hand von Oberbürgermeister Marcel Philipp den begehrten Pokal. Markus Schmitz und Max Wilke sind begeistert: das „Team Zephyr” des Einhard Gymnasiums macht das Rennen.

Stefanie und Moritz Stemmer, Alexander Zurhelle, Stefan Herrmann und Pia Huesch freuen sich, dass sich ein Jahr Vorbereitung am Ende in einen Sieg verwandelt hat. Ob ihnen Zephyr, der Gott des Windes, dabei geholfen hat?
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