Aachen - Der gemeinsame Weg führt zum Abitur

Der gemeinsame Weg führt zum Abitur

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
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Diese Förderung kommt auch den Schülern nicht spanisch vor: Der Spanischkurs an der David-Hansemann-Realschule erleichtert den teilnehmenden Schüler den Ubergang in die Oberstufe des Anne-Frank-Gymnasiums. Die beiden Schulen kooperieren freiwillig. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Auch wenn die Schüler Seite treinta y dos aufschlagen, kommt Hanno Bennemann und Berthold Winterlich der Unterricht nicht spanisch vor. Die Schulleiter des David-Hansemann-Realschule und des Anne-Frank-Gymnasiums schauen zufrieden in die Runde der 23 Schüler, die gerade spanisch lernen.

Die meisten haben vor, von der „David-Hansemann” in die Oberstufe des „Anne-Frank” zu wechseln. Dort schafft ihnen Spanisch mehr Wahlmöglichkeiten. „Dieser Kurs ist ein entscheidender Baustein unserer Zusammenarbeit”, sagt Bennemann.

Seit einem halben Jahr kooperieren das Anne-Frank-Gymnasium und die David-Hansemann-Realschule. Sie kooperieren, weil sie kooperieren wollen und nicht, weil ihnen dies vorgeschrieben wurden. „Wir machen Schule für die Schüler”, sagt Winterlich. Schüler, die von der Realschule auf das Gymnasium wechseln wollen, werden besonders gefördert, Schüler, die auf dem Gymnasium Probleme haben, werden in der Realschule aufgefangen.

Zuletzt sind 22 David-Hansemann-Schüler nach Laurensberg gewechselt. Es gibt einen regen Lehrerkontakt und gemeinsame Fachkonferenzen, so dass der Unterricht mitsamt der Bücher aufeinander abgestimmt werden kann. So wird der Übergang zwischen Realschule und Gymnasium erleichtert. Gerade zwischen Sekundarstufe I und II. „Das hat früher keinen interessiert”, sagt Bennemann. „Es hat mich immer gestört, dass Realschüler beim Wechsel auf ein Gymnasium schauen mussten, wie sie klarkommen”, erklärt Winterlich.

Während die Spanischschüler erzählen, wie es in ihrer Straße aussieht, lächelt Bennemann und erzählt, dass er „ausgesprochen zufrieden” mit der Zusammenarbeit sei. Die Nachricht, dass die David-Hansemann-Schule über das Anne-Frank-Gymnasium in „klassischen” 13 Jahren zum Abitur führen kann, hat sich rumgesprochen. Ein Gutachter hatte 82 Anmeldungen prognostiziert, 120 werden nun wohl aufgenommen. „Viele Eltern sehen uns als Alternative - auch zur Gesamtschule”, sagt Bennemann.

Auffallend ist zudem, dass viele Kinder angemeldet wurden, die auch eine eingeschränkte Zulassung für ein Gymnasium hatten. Und dann gab es einen Rekord bei den Anmeldungen für die siebten und achten Klassen von Schülern, die von einem Gymnasium kommen. „Die Eltern wollen ihren Kindern wohl G8 ersparen”, glaubt der David-Hansemann-Schulleiter.

Bennemann und Winterlich fühlen sich in ihrer Idee bestätigt - auch weil sich die Schüler an der jeweils anderen Schule schneller als erwartet eingelebt haben. Demnächst wird es auch einen offiziellen Vertrag über die Zusammenarbeit geben, die Bezirksregierung steht hinter der Zusammenarbeit. Hier befinden sich zwei Schulen gemeinsam im Aufbruch und bleiben doch dabei eigenständige Schulen mi eigenen Profilen.

Die Zusammenarbeit wird weiter ausgebaut - das ist klar. Neben den Kernfächern Deutsch, Mathematik und den Sprachen werden werden auch Erdkunde und Sport in den Blickpunkt gerückt. Winterlich und Bennemann sprechen von Vernetzungen und interschulischen Austausch. Und sie werden immer häufiger nach ihren Ideen und Erfahrungen gefragt - von anderen Schulen. In Würselen, Stolberg und Mönchengladbach gibt es großes Interesse, dort auch von einer Gesamtschule.

Dabei kostet die Zusammenarbeit die Schulen keinen Cent, investiert wird viel mehr großes Engagement von Schulleitern, Lehrern und Schülern. „Wenn uns diese Kooperation übergestülpt worden wäre, wüsste ich nicht, ob wir jetzt hier so säßen. Mann kann so etwas nicht erzwingen”, sagt Winterlich. Der Wille zur Zusammenarbeit auf beiden Seiten sei enorm. Und das sei sehr gut - oder „muy bien”, wie es die Spanischschüler sagen würden.
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