Der Fall der Berliner Mauer aus vielen Perspektiven

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
8652940.jpg
„Wenn Steine fallen“: Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls stellen in der BBK Galerie in den Aachen Arkaden aus: Joseph Kamikaze, Gisela Klaßen, Damien Ledoux (knieend) Christiane Dénes und Patrick Roggenbau. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Es ist eine „Fallstudie“. Es ist ein Rückblick auf ein anderes System. Und es ist ein Kapitel der Vergangenheit, welches bei weitem noch nicht abgeschlossen ist. 25 Jahre nach dem Mauerfall widmen sich die Künstler Gisela Klaßen, Damien Ledoux, Christiane Dénes, Patrick Roggenbau und Joseph Kamikaze dem Ereignis, das in die Geschichte einging.

Unter dem Motto „Wenn Steine fallen – Eine Ausstellung zum 25. Jahrestag des Mauerfalls“ präsentieren sie in der BBK-Galerie verschiedene Kunstwerke, die sich mit dem Tag, an dem die Steine gefallen sind, auseinandersetzen.

Christiane Dénes hat alle fünf Jahre ein Bild gemacht. Ihre gezeigten Figuren sind eine „Fallstudie“ und puppenartig dargestellt. Auf jedem Bild rücken sie ein Stück näher zusammen. „Je mehr Zeit verging, desto näher kommen sich meine Figuren. Die Mauer und das Eis Drumherum schwinden, nur in den Köpfen bleibt die Einfassung dennoch bestehen – auch 25 Jahre nach dem Mauerfall“, erzählt Dénes.

Plastischer widmet sich Damien Ledoux der Thematik. Sein „Tor zur Freiheit“ lädt den Besucher in der Tat zum Hindurchgehen ein und führt direkt zum „Eisernen Vorhang“ von Gisela Klaßen. Für die Künstlerin bedeutet der Mauerfall so einiges. Neben Daten und Fakten verarbeitet sie vor allem original Fotos dieser Zeit und hinterfragt kritisch die Zustände in der ehemaligen DDR. Einer, der den Fokus auf einen ganz anderen Aspekt legt, ist Patrick Roggenbau.

Auf den ersten Blick erschließen sich die großen Hunde, die einen starr anschauen, nicht im Kontext des Mauerfalls, aber: „Ich male die Grenzhunde und ihre Geschichte. Denn die Diensthunde wurden auf der Ostseite der innerdeutschen Grenze eingesetzt und waren mit dem Ende dieser Ära arbeitslos und nutzlos. Sinnbildlich stehen ihre Geschichten natürlich auch für viele menschliche Schicksale“, so Roggenbau.

Bei längerem Überlegen kann man generell zwischen den damaligen und heutigen Schicksalen Parallelen erkennen. Denn Joseph Kamikaze greift in seinen Bildern die Flüchtlingsthematik auf, die in anderer Form auch heute noch aktuell ist. Die fünf Künstler haben ihre eigene Art mit dem Fall der Mauer umzugehen. Dennoch scheint durch, dass 25 Jahre zwar eine lange Zeit sind, dies aber bei Weitem nicht bedeutet, dass wirklich alle Grenzen passiert sind und alle Schicksale der Vergangenheit angehören.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert