Aachen - Der „Eisernen Lady“ geht es an den Kragen

Der „Eisernen Lady“ geht es an den Kragen

Von: Stefan Herrmann
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Vollsperrung auf der Roermonder Straße in Laurensberg: Weil die Bahnüberführung dringend saniert werden muss, wird die Hauptverkehrsachse vom 19. bis zum 30. Januar komplett gesperrt. Umleitungen werden ausgeschildert. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ihre besten Tage hat die „Eiserne Lady“, wie Deutsche-Bahn-Sprecher Torsten Nehring die Stahlträgerkonstruktion nennt, schon lange hinter sich. Die Eisenbahnunterführung Roermonder Straße, Baujahr 1910, hat zwei Weltkriege auf dem Buckel, ungezählte Züge, die über sie hinweggerattert sind – und ist dringend sanierungsbedürftig.

Vorarbeiten haben Anfang Dezember 2014 begonnen, in wenigen Tagen bricht die heiße Bauphase an und bringt massive Einschränkungen mit sich. So muss die Roermonder Straße im Bereich der Überführung von Montag, 19. Januar, bis Freitag, 30. Januar, komplett gesperrt werden, wie Stadt, Deutsche Bahn und der Bauunternehmer am Freitag mitteilten.

Belastungen für Anwohner

Gemeinsam hat man in den vergangenen Wochen daran gearbeitet, die Beeinträchtigungen für alle Betroffenen so gering wie möglich zu halten. Ab Montag weisen Schilder auf die Vollsperrung hin, Umleitungen sind sowohl für den Autoverkehr als auch für die Aseag-Linien eingerichtet. „Dabei haben wir versucht, mehrere Faktoren zu berücksichtigen“, erklärt Heike Ernst, Leiterin der städtischen Abteilung Straßenverkehr und Sondernutzungen. Zum einen sollen Anwohner so gut wie möglich nicht über Maßen belastet werden. Daher hat man sich für eine „weiträumigere Umleitungsstrecke“ über Schloßparkstraße, Ferberberg und Berensberger Straße entschieden. Zudem ist eine möglichst leistungsstarke Ausweichroute gefragt: Bis zu 12.000 Autos rollen nämlich täglich über die Hauptverkehrsachse Roermonder Straße.

Oben auf der Überführung zählt die Bahn 150 Personenzüge pro Tag; hinzu kommen die Güterfahrten. Marode Brücken stellen das Unternehmen in der gesamten Republik vor enorme Herausforderungen – und die Anwohner in Laurensberg nun konkret auf eine Belastungsprobe. „Bisher gibt es keine Beschwerden. Aber sie werden kommen“, befürchtet Bezirksbürgermeister Christian Krenkel (CDU). Bei Stadt und Bahn sieht man sich unterdessen gut vorbereitet. Ampelphasen an der Kreuzung Roermonder Straße/Schloßparkstraße werden angepasst, damit der Verkehr besser fließt. In der Tempo-30-Zone auf der Berensberger Straße wird ein mobiler Geschwindigkeitsmesser installiert, um Fahrer darauf hinzuweisen, wenn sie zu flott unterwegs sind.

In der kommenden Woche werden die tonnenschweren, 30 Meter hohen Großbohrgeräte per Schwertransporter angeliefert, die ab 19. Januar insgesamt 24 Bohrpfähle 17 Meter tief in der Erde verankern. In der Hauptphase wird 24 Stunden am Tag gearbeitet. „Es wird laut. Das ist nichts, was man im Flüsterton erledigen kann. Wir bitten die Anwohner um für Verständnis für Beeinträchtigungen während der Bauarbeiten“, so Nehring. Eine zweite, kürzere Vollsperrung ist Ende August geplant. Mit dem Abschluss der Sanierung rechnet die Baufirma B+H Bau GmbH im Oktober /November 2015.

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