Aachen - Der „eiserne Schutzmann“ soll jetzt fallen

Der „eiserne Schutzmann“ soll jetzt fallen

Von: Robert Esser
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Von wegen plakativ: Vergammelte Notrufsäulen – vom Volksmund „eiserner Schutzmann“ getauft – sollen demontiert werden. Foto: Robert Esser

Aachen. 57 Jahre nach seiner Geburt auf der Internationalen Polizeiausstellung in Essen wird der „eiserne Schutzmann“ endgültig zu Grabe getragen. Die Trauer dürfte sich aber in Grenzen halten. Die etwa 2,20 Meter hohen Notrufsäulen – die meisten auf Aachener Stadtgebiet sind längst abgeschaltet – vergammeln seit vielen Jahren, sind oft wild plakatiert, beschmiert und beklebt.

Aber sie erwiesen sich als enorm standfest. Jetzt sollen die hässlichen Relikte aus dem handylosen Zeitalter endlich verschwinden. Nachdem die Stadt im Rahmen der Kampagne „Sauberes Aachen“ – unter anderem – schäbige Mülleimer erneuert hat, könnten auch die schrottreifen Notrufsäulen abgebaut werden.

Aachens Feuerwehrchef Jürgen Wolff lässt nun prüfen, wie aufwendig und damit kostspielig die Demontage wird. Denn man kann den „eisernen Schutzmann“ offenbar nicht einfach am Fuß absägen. „Erst muss die Säule abgebaut werden, die fest in den Boden einzementiert ist“, erklärt Rita Klösges vom städtischen Presseamt. „Dann müssen die Kabel im Boden isoliert und die Bürgersteige repariert werden. Insgesamt ist die Demontage der Säulen offensichtlich ziemlich kompliziert“, schildert sie. Da hierfür bislang das Geld fehlte, verschwanden die Notrufsäulen nur, wenn an Ort und Stelle aus anderen Gründen sowieso eine Straßenbaustelle vorgesehen war.

Allein in Nordrhein-Westfalen waren rund 3000 dieser hellgrünen (mancherorts auch roten) Säulen mit gelbem oder blauem Alarmlicht in Betrieb. Buchstäblich im Handumdrehen ermöglichte die robuste Technik Bürgern direkten Telefonkontakt zu den Notrufzentralen. 50 Standorte gab es in Aachen. Davon sind nach Auskunft des Presseamtes noch knapp zwei Dutzend übrig, darunter 19 Feuerwehr-Notrufsäulen.

Nur zwei verrichten noch ihren Dienst – unmittelbar vor der Feuerwache Nord an der Mathieustraße und der Feuerwache Süd in Kornelimünster. „Wenn die Löschzüge ausgerückt sind, dort aber ein Bürger Hilfe sucht, wird er direkt mit der nächsten Einsatzleitstelle verbunden“, erläutert Klösges. „Das wollen wir aus Sicherheitsgründen auch so beibehalten.“ Zudem unterhält der „Landesbetrieb Straßen“ sechs Notrufanlagen in Unterführungen – zum Beispiel auf der Adenauerallee. Der Grund: In Tunneln ist der Mobilfunkempfang zum Absetzen eines Notrufes via Handy nicht immer gewährleistet.

Ansonsten gilt: Die Säulen sollen weg, damit Aachen sauberer und damit schöner wird. Sobald die Kostenfrage geklärt ist, folgt der Zeitplan. Möglicherweise findet sich ja auch einen Sammler, der für einen „eisernen Schutzmann“ noch einige Euro berappt.

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