Der echte Soerser Sonntag ist wieder da

Von: Nina Leßenich
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Besinnlicher Start in den Tag: Der Begrüßungsgottesdienst (großes Bild) fand unter dem Motto „Vom Korn zum Brot“ im Deutsche Bank Stadion statt. Beim anschließenden Showprogramm (kleines Bild) auf dem Abreiteplatz ging es bunt zu. Foto: Andreas Steindl
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Die Ausrichter und die strahlenden Gewinner des 24. Schaufensterwettbewerbs: Auch das CHIO-Maskottchen Karli gratulierte den Siegern (siehe Infobox unten). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wenn die Massen aus allen Ecken der Stadt Richtung Soers strömen und der morgendliche Sonntagsgottesdienst nicht in der Kirche, sondern unter freiem Himmel im Deutsche Bank Stadion stattfindet, dann hat Aachen nach einem Jahr Pause eine liebgewonnene Tradition zurück: den Soerser Sonntag.

Was im vergangenen Jahr aufgrund der Reit-Europameisterschaft auf einen Dienstag verschoben wurde, fand am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein und über 30 Grad wieder im gewohnten Rahmen statt.

Schon um elf Uhr waren die Gassen der Zeltstadt gut gefüllt, am Wegesrand saßen Besucher auf der Wiese und frühstückten mit Familie und Freunden. Heiß begehrt waren dabei vor allem die wenigen Plätze im Schatten. Während des Eröffnungsgottesdienstes blieben im Deutsche Bank Stadion viele Plätze in der Sonne unbesetzt. „Es ist einfach zu heiß“, stöhnte eine Besucherin kurz vor Beginn des Gottesdienstes – und suchte sich just einen neuen Sitzplatz im Schatten.

Gleich im Anschluss an den Gottesdienst erwartete die Besucher beim Soerser Sonntag ein kunterbuntes Rahmenprogramm. Viele blieben auch am zweistöckigen und sieben Meter hohen Medienzentrum des Medienhauses Aachen stehen. Diverse Aachener Persönlichkeiten stellten sich dort in zahlreichen Talkrunden den Fragen der Moderatoren Tom Vogel, Laura Beemelmanns und Achim Kaiser. Mit von der Partie war auch Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Wie viele Besucher freute auch er sich, dass der Soerser Sonntag in diesem Jahr wieder ein „echter“ Soerser Sonntag war. „In diesem Jahr ist es wieder ganz unser CHIO“, sagte Phi-lipp. Im Vergleich zur Reit-EM laufe in diesem Jahr wieder alles nach den altbekannten Mustern. „Das ist für uns natürlich entspannter“, meinte Philipp. Nach wie vor erfülle ihn das Turnier als Oberbürgermeister mit großem Stolz. „Wir dürfen nicht vergessen, dass der CHIO eines der größten Sportereignisse in Europa ist“, sagte Philipp.

Auch Turnierdirektor Frank Kemperman und Turniervermarkter Michael Mronz machten auf der Bühne des Medienhauses Halt für einen kleinen Plausch. „In diesem Jahr haben wir wieder 110 Prozent CHIO“, sagte Mronz. Es sei den Verantwortlichen gelungen, „die Top 10 der Welt im Springen nach Aachen zu holen“. Darauf sei man stolz. Auch Kemperman zeigte sich mit der Arbeit mehr als zufrieden. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt Aachen ist vom Allerfeinsten“, meinte er.

Beim Publikum kamen die Talkrunden des Medienhauses gut an – immer wieder blieben Besucher stehen und lauschten den Gesprächen. „Das Programm hier ist ganz toll“, sagte Katharina Claus. Sie komme schon zum Soerser Sonntag, seit sie „so klein gewesen ist“, erzählte die Aachenerin und ging lachend in die Knie. Dass sie ein echter CHIO-Profi ist, zeigte sich auch an ihrer Ausrüstung: Mit einem goldenen Fächer sorgte Claus in der brennenden Mittagshitze einfach selbst für eine frische Brise.

Ein weiteres Highlight: Die feierliche Verleihung des traditionellen Schaufensterpreises – präsentiert vom Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV), dem Märkte- und Aktionskreis City (MAC) und unserer Zeitung. Es ist inzwischen eine echte Tradition, dass Einzelhändler in der Region ihre Schaufenster vor dem CHIO passend zum Partnerland schmücken – denn in diesem Jahr wurde der Wettbewerb bereits zum 24. Mal ausgetragen.

Von der schwedischen Flagge über Knäckebrot bis zu bekannten Figuren wie Pipi Langstrumpf war alles dabei. „Dieser Wettbewerb ist eine Bereicherung für die ganze Stadt“, sagte Markus Kremer, Beigeordneter der Stadt Aachen, der sich bei allen Teilnehmern bedankte. „Der Schaufensterwettbewerb ist nicht irgendein Wettbewerb“, befand auch ALRV-Aufsichtsratsmitglied Stefanie Peters. „Der Wettbewerb zeigt, dass der CHIO nicht nur ein beliebiges Sportereignis ist, sondern eine Veranstaltung, die in der gesamten Region verankert ist.“ Das zeigt sich wohl auch an der Teilnehmerzahl: Rund 100 Geschäfte haben in diesem Jahr an dem Wettbewerb teilgenommen – 30 mehr als noch im Vorjahr.

In alter Manier gab es auch in diesem Jahr einen Jury- und einen Publikumspreis zu gewinnen. Von den 97 Teilnehmern wurden 20 von einer Vor-Jury in eine engere Auswahl gezogen. Diese wurden dann sowohl von der Jury als auch von den Leserinnen und Lesern unserer Zeitung bewertet. Moderator und AZ-Redakteur Robert Esser leitete charmant durch die Preisverleihung und übergab die fünf Jurypreise gemeinsam mit Stefanie Peters und Markus Kremer. Die Publikumspreise wurden vom Geschäftsführer des Medienhauses Aachen, Andreas Müller, und dem stellvertretenden Chefredakteur unserer Zeitung, Thomas Thelen, übergeben.

Als strahlender Gewinner stand schließlich Goldschmied Thomas Giesen auf der Bühne, der mit seinem Schaufenster den ersten Platz in der Jury-Wertung belegt hatte. Sein Dekorations-Konzept wandelte auf den Spuren eines großen schwedischen Möbelhauses. „Wir haben unter anderem mit Köttbullar dekoriert“, sagte Giesen nach der Preisverleihung. Über den Preis freue er sich zwar, einen kleinen Wermutstropfen habe die Dekoration aber mit sich gebracht: „Viele Leute haben in den letzten Wochen gedacht, mein Geschäft wäre weg“, erzählte Giesen und lachte. Nach dem CHIO müsse also dringend wieder umdekoriert werden.

Auch Michael Günter hatte Grund zum Strahlen: Die Verkehrskadetten Aachen belegten den ersten Platz in der Publikumswertung. „Wir freuen uns sehr“, sagte Günter. An dem Schaufenster der Verkehrskadetten hätten die ehrenamtlichen Jugendlichen der Verkehrskadetten mehrere Freitagabende getüftelt. Umso schöner sei es, am Ende als Sieger auf der Bühne zu stehen.

Wer den Soerser Sonntag verpasst hat, hat auch in den kommenden Tagen noch reichlich Zeit, in der Soers CHIO-Luft zu schnuppern. Denn: „Auch für die große Eröffnungsfeier am Dienstagabend gibt es noch einige Restkarten“, verriet Turnierdirektor Frank Kemperman am Sonntag. Eine zweite gute Nachricht packte er gleich noch oben drauf: Die Geländefahrt am kommendem Samstag ist für die Besucher in diesem Jahr wieder kostenlos.

Ein echtes Highlight gibt es außerdem Montagabend zu sehen: Ab 18 Uhr zieht das diesjährige CHIO-Partnerland Schweden mit einer großen Parade zum offiziellen Empfang auf dem Marktplatz vor dem Rathaus ein.

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