Der Draht zwischen Aachen und Ningbo glüht

Von: David Grzeschik
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Empfang der chinesische Partnerschule aus Ningbo: Gemeinsam mit Schülern des Pius-Gymnasiums ging‘s in den Weißen Saal im Rathaus. Foto: Andreas Steindl
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Seit drei Jahren im ständigen Kontakt: Schüler und Lehrer des Kaiser-Karls-Gymnasium genießen die „Begegnung unter Freunden“ – sowohl in Aachen als auch in Ningbo. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Über 9000 Kilometer trennen die Partnerstädte Aachen und Ningbo voneinander. Ein Hindernis für erfolgreiche Zusammenarbeit? Angesichts von über 700 Projekten und Austauschaktionen, die in den letzten drei Jahrzehnten zwischen den Städten realisiert wurden, ist das wohl kaum der Fall.

Das jüngste Beispiel für die lebendige Partnerschaft findet sich in dieser Woche: Gleich zwei Schülergruppen aus der chinesischen Millionenmetropole haben den weiten Weg auf sich genommen, um der Kaiserstadt einen Besuch abzustatten.

Empfangen wurden die insgesamt rund 30 Schüler der „Ningbo Foreign Affairs School“ und „Ningbo Xiaoshi High School“ von Pius- und Kaiser-Karls-Gymnasium (KKG). Beide Schulen unterhalten Partnerschaften mit den chinesischen Bildungseinrichtungen: Das KKG seit drei, das Pius bereits seit zehn Jahren. In Gastfamilien verbringen die chinesischen Schülerinnen und Schüler einige Tage in Aachen.

„Es ist wunderbar, dass junge Menschen über diesen Weg Beziehungen zu Gleichaltrigen aus anderen Kulturkreisen aufbauen“, sagte Dr. Margrethe Schmeer, Bürgermeisterin und CDU-Politikerin der Stadt. Bei einem gemeinsamen Empfang im Rathaus lobte sie die Unverzichtbarkeit derartiger Programme. Sie seien ein wichtiger Beitrag für eine weltweit friedliche Zukunft. Aachen bewarb die Bürgermeisterin in ihrer kurzen Ansprache vor den Chinesen als „junge, offene und moderne Stadt“.

Für die inzwischen zweite Schülergruppe aus China, die das KKG in diesem Jahr empfängt, sind die beiden Lehrer Wolfgang Scheuer und Christian Bezdekovsky verantwortlich. Die Finanzierung für das Programm müssen die Familien jeweils selbst leisten. „Das ist schon ein großer Batzen“, gesteht Scheuer. „Die wunderbare Erfahrung, die die Schüler dabei geboten bekommen, rechtfertigt dies aber allemal“, fügen die beiden KKG-Lehrer einstimmig hinzu. Das hohe Schülerinteresse bestätige dies.

Diesen Gedanken teilt auch Christel Ellerisch, Lehrerin am Pius-Gymnasium. Das Austauschprogramm zwischen ihrer Schule und der „Ningbo Foreign Affairs School“ hat sich zu einer kleinen Erfolgsgeschichte entwickelt, auf die Ellerisch stolz ist. „Die positive Bilanz entschädigt, dass die Arbeit manchmal auch sehr anstrengend ist“, sagt sie zufrieden. Exakt eine Woche verbringen die Jugendlichen in ihren Gastfamilien und sehen dabei nicht nur Aachen, sondern auch Köln und Trier. Es ist der bereits sechste Austausch zwischen beiden Schulen, der unter dem bezeichnenden Motto „Begegnung unter Freunden“ stattfindet.

Festakt im Rathaus

Dass die Partnerschaft zwischen Aachen und Ningbo fortgesetzt wird, steht für beide Schulen fest. Eine Gruppe an KKG-Schülern soll nächstes Jahr aufbrechen, für einige Jugendliche des Pius-Gymnasiums wird es noch diesen Oktober ins „Reich der Mitte“ gehen. Zudem will die Stadt Aachen im Herbst die 30-Jährige Städtepartnerschaft mit einem Festakt im Rathaus würdigen. Der Draht zwischen Aachen und Ningbo – er glüht trotz 9000 Kilometer Entfernung wohl heißer denn je.

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