Der Domkeller soll verkauft werden

Von: Robert Esser
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Wie geht´s mit der Immobilie Domkeller weiter? Die Pächter-Familie will die Kultkneipe erhalten, aber der Eigentümer, eine Erbengemeinschaft, pokert um einen Millionen-Verkaufspreis. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Erst nur Öcher Thekengerücht, nunmehr knallharte Verhandlungssache: Wer bekommt den Zuschlag für die Traditionskneipe Domkeller im Hof? Seit 37 Jahren fließt dort Bier aus den Hähnen. Gebaut wurde das zweigeschossige Giebelhaus vor 351 Jahren, zwei Jahre nach dem Aachener Stadtbrand 1656.

Jetzt will der Hauseigentümer, offenbar eine Erbengemeinschaft mit belgischem Hauptsitz, die Perle der Aachener Stadtgeschichte versilbern - ein Millionen-Euro-Geschäft.

Pächterin Sandra Salagoudis, deren Vater die Gaststätte vor rund 30 Jahren übernommen hatte, will die Kultkneipe mit dem urtümlich studentischen Flair unbedingt weiter betreiben.

„Wir haben ein Vorkaufsrecht”, sagt sie. Und fügt hinzu: „Wenn einer kauft, dann sind wir das.” Möglich soll dies in Kooperation mit dem renommierten Getränkegroßhandel Bongartz werden, der als Mieter der Immobilie natürlich ebenfalls um den Fortbestand des Domkellers kämpft.

In die Verhandlungen eingeschaltet ist Bongartz-Mitarbeiter Torsten Karstens. „Wir bemühen uns gegenwärtig nach Kräften, dass die Familie Salagoudis den Domkeller als klassische Bierkneipe allerbester Aachener Tradition weiterhin betreiben kann”, betont Karstens auf Anfrage der Aachener Zeitung.

Dass die Gaststätte nach einem anderweitigen Eigentümerwechsel womöglich zum „hippen Szeneladen” - analog zu den Hochglanz-Clubs und Kneipen entlang der Partymeile im Pontviertel - umfunktioniert wird, mag sich Karstens nicht vorstellen.

Ihm und Salagoudis geht es darum, den Domkeller so zu erhalten, wie er ist: mit der alten Theke inklusive „Krau-Eck”, mit wackligen Stühlen, vergilbten Wänden und schummrigen Lampen - als Kneipeninstitution, in der frühere Studenten-Generationen und ihr Nachwuchs bis heute günstig feiern und klönen können.

„Zum Stand der Verhandlungen möchte ich derzeit keine weitere Auskunft geben”, sagt Wirtin Sandra Salagoudis. Ihr Vater Michael, durch den der Domkeller in Jahrzehnten zu dieser einzigartigen Gastro-Adresse avancierte, erlag 2008 einer schweren Krankheit.

Sein Lebenswerk will die Tochter bewahren und fortführen - auch wenn dies angesichts enorm hoher Preisvorstellungen der verkaufswilligen Erbengemeinschaft dem Vernehmen nach durchaus schwierig werden könnte.
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