Aachen - Der Dombauverein wächst stetig weiter

Der Dombauverein wächst stetig weiter

Von: Thomas Kreft
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Sie setzen die Weichen Richtung Wachstum: Vorstand und Mitglieder des Karls- und Dombauvereins zogen bei der Mitgliederversammlung eine positive Bilanz.

Aachen. Während so viele Vereine über Mitgliederschwund klagen, legt der Aachener Karls- und Dombauverein seit Jahren stetig zu. 125 Bürger, berichtete der Vorsitzende Hubert Herpers auf der Hauptversammlung, habe der Verein 2016 aufgenommen.

Das bedeutet unterm Strich ein Plus von 51; zum Jahreswechsel gehörten dem Karlsverein 2746 Personen an. Die Mitglieder bekommen außer der Jahresschrift ein vielfältiges exklusives Programm geboten, etwa die vertikalen und die literarischen Domführungen, Baustellenführungen oder „Musik zur Nacht“.

Auch finanziell steht der Verein gut da: 56.600 Euro Beiträge, 133.000 Euro Spenden, 190.000 Euro Zuweisung aus „Spiel 77“ und 5000 Euro aus dem Bußgeldertopf sind geflossen. 10.000 Euro bekam die Hans-Müllejans-Stiftung des Karlsvereins als Zustiftung hinzu. 425.000 Euro hat der Verein 2016 für die Domsanierung ausgezahlt.

Bei der anstehenden Wahl wurde der 15-köpfige Vorstand zum großen Teil bestätigt, darunter Sparkassendirektor Hubert Herpers als Vorsitzender, Dr. Karl-Heinz Paffen als Schatzmeister und Werner Schlösser als Schriftführer. Nicht mehr kandidiert haben Albert Heusch und Hans-Josef Thouet. Heusch gehörte 31 Jahre dem Vorstand an, darunter 20 Jahre als stellvertretender Schriftführer. Thouet war 25 Jahre im Vorstand, davon 18 Jahre als Vizevorsitzender. Neu gewählt wurden Ruth Wolters, Inhaberin eines Schreiwarengeschäfts, sowie Vermögensberater Dirk Courté.

Neue Stahlträger wurden nötig

Höhepunkt der Jahresversammlung ist stets der Bericht des Dombaumeisters Helmut Maintz, der den Schwerpunkt auf die Sanierung des Sechzehneck-Daches legte. Wegen der zunehmenden Stürme und Niederschläge fällt der Dachstuhl massiver aus, 30 Zentimeter höher als zuvor. Aufliegende Stahlträger sollen verhindern, dass das Dach aufgrund von Windsog abhebt. Ende Februar werde das Sechzehneck fertig sein. Auch die nördliche Turmkapelle erhielt ein neues Dach bei Erhaltung des Originaldachstuhls. Das Gewölbe bekam nach einem Defekt in der Sprinkleranlage eine Isolierung.

Derweil offenbaren Sondierungen an der Chorhalle die nächsten Baustellen. Figuren bröckeln, der Kalkanstrich löst sich, Taubennester verstopfen die Wasserspeier. Auf der Nordseite machen sich Moos und Flechten breit. Hier zeigt sich die Kehrseite der Umweltbemühungen, denn wie Maintz ausführte, ist die besser gewordene Luft an diesem Gedeih schuld.

Der neue Band 19 der Schriftenreihe des Karlsvereins befasst sich mit der Sanierung des Sechzehneck-Daches, einer Untersuchung der Bronzekunstwerke und dem Dom als Zeitzeugen der Erdbeben im Rheinland. Dr. Walter Maas wirft die Frage auf nach der rechten Bezeichnung des Bauwerks. In jüngster Zeit konkurriert der früher gern verwendete Name „Pfalzkapelle“ mit Pfalzkirche, Münster, Stiftskirche und Marienkirche. Vor allem letzteres stört den Autor, denn: „Wenn ein Ortsfremder einen Aachener nach dem Weg zur Marienkirche fragt, wird er mit Sicherheit nicht zum Dom, sondern in Richtung Hauptbahnhof geschickt; dort steht seit 1863 die Aachener Marienkirche.“ Der wissenschaftliche Disput ist eröffnet.

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