Der Dom soll neu in Szene gesetzt werden

Von: Stefan Herrmann
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Erste Simulation: So ähnlich könnte das neue Lichtkonzept im Aachener Dom künftig aussehen. Dompropst Manfred von Holtum und Dombaumeister Helmut Maintz präsentierten am Donnerstag, wie das Münster künftig ausgeleuchtet werden soll. Foto: Andreas Steindl
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Erste Simulation: So ähnlich könnte das neue Lichtkonzept im Aachener Dom künftig aussehen. Dompropst Manfred von Holtum und Dombaumeister Helmut Maintz präsentierten am Donnerstag, wie das Münster künftig ausgeleuchtet werden soll. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Mit einem LED-Spotlight, kaum größer als eine Streichholzschachtel, in der Hand steht Manfred von Holtum im Oktogon des Doms und setzt eine der prächtigen Heiligenfiguren an einer Säule ins rechte Licht. „Das soll natürlich kein Dauerzustand sein“, sagt der Dompropst und schmunzelt.

Denn wahrlich muss von Holtum zahlreiche wichtigere Aufgaben wahrnehmen statt als ständiger Ausleuchter in Aachens erster Adresse zu stehen.

Perfektes Licht für jeden Anlass

Daher hat das Domkapitel vor kurzem die Kampagne „Auf, werde Licht!“ gestartet. Das Ziel ist es, bis September 2018 eine komplett neue und deutlich differenziertere Beleuchtungstechnik im Münster zu installieren. Damit sollen künftig nicht nur prominente Bereiche und Objekte wie die Kuppel, der Karlsschrein in der Chorhalle und das Throngewölbe über dem Kaiserstuhl im Sechszehneck für jeden Anlass perfekt ins Licht gesetzt werden.

Auch zahlreiche Apostel- und Engelsfiguren, Inschriften und Mosaike sollen bald in bisher nicht dagewesenem Glanz erstrahlen. „Das schönste Licht, das man in diesem Haus erleben kann, ist natürlich das Kerzenlicht“, gibt Dombaumeister Helmut Maintz zu. Das Ziel sei es aber, zu jeder Tages- und Jahreszeit den Dom so ins Licht zu setzen, dass er den Anlässen entsprechend – sei es ein Festgottesdienst, ein Konzert oder ein Pontifikalamt – die Besucher perfekt in Szene gesetzt begrüßt.

Eine erste Kostprobe gab es am Donnerstag, als Lichtexperte Marco Sievert von Eventac erste Bereiche mit neuester LED-Technik ausleuchtete. Heute werden diese provisorischen Lichtszenerien ausgewählten Freunden und Förderern des Doms exklusiv präsentiert. Denn die Umsetzung des Projekts kostet Geld, das das Kapitel über Spenden reinholen möchte. Mit geschätzten 350.000 Euro wird die neue Beleuchtung des Dominneren zu Buche schlagen. 52.000 Euro sind seit Juni bereits auf dem extra eingerichteten Spendenkonto eingegangen. „Wir hoffen nun natürlich auf viele weitere Unterstützer“, wirbt von Holtum.

Voraussichtlich im März 2017 wird ein Wettbewerb ausgerufen, an dem Architekturbüros und Lichtplaner teilnehmen können. Eine Jury soll dann entscheiden, welches Konzept letztlich umgesetzt wird. Denn, so viel ist schon jetzt klar, die Installation unzähliger Leuchten und Strahler dürfte ein kniffliger Job werden. „Es müssen Kabel so verlegt werden, das man sie nicht sieht. Ebenso dürfen die Lichtanlagen selbst möglichst nicht sichtbar sein. Und dass man hier nicht einfach ein Loch in eine Wand bohren kann, versteht sich von selbst“, skizziert Maintz die anspruchsvolle Aufgabe.

Es sprechen nicht allein ästhetische Gründe dafür, eine moderne Lichttechnik in der Jahrhunderte alten Kathedrale einzubauen, um die vielfältigen Details und Gebäudeteile des Unesco-Weltkulturerbes ins Licht zu rücken. Ein weiterer Grund ist, dass die bisherige Beleuchtung 30 Jahre auf dem Buckel hat. Ersatzteile für die vielerorts eingesetzten sogenannten Staff-Lampen sind gar nicht mehr erhältlich. Und zu guter Letzt spare man langfristig sogar Geld, wenn man künftig auf energieeffiziente LED-Lampen setze, erklärt Maintz.

Diese Lichttechnik sei mittlerweile so weit entwickelt worden, dass sie sich hervorragend dafür eigne, genau die Farben in den Dom zu zaubern, die die verschiedenen Wandmalereien, Mosaike und Figuren auch wirklich darstellen. „Wir wollen, dass der Karlsschrein in exakt dem Gold zu sehen ist, aus dem er gemacht wurde und nicht plötzlich in Kupfertönen erstrahlt“, so Maintz.

Die Aufgabe ist also klar umrissen, die erste Simulation vermittelt einen Eindruck, wie die neue Beleuchtung im Dom aussehen könnte. Nun hoffen die Verantwortlichen auf viele Spender, um das Zieldatum 2018 einzuhalten. Dann nämlich begeht das Aachener Münster das nächste Jubiläum. Vom 23. bis zum 30 September wird eine Woche lang gefeiert, dass Kaiser Karls Kathedrale seit 40 Jahren auf der Liste der Unesco-Weltkulturerbestätten steht. Eine Ehre, die dem Aachener Dom als erster deutscher Bau zuteil wurde.

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