Der CHIO wird auch zum Treffen der Camper

Von: Peter Jegen
Letzte Aktualisierung:
15015218.jpg
Einen Campingplatz direkt an der Geländestrecke, das gibt es nur beim CHIO auf der Wiese von Landwirt Georg Pohen nur wenige Meter vom Turniergelände entfernt. Foto: Aachen-Laurensberger Rennverein

Aachen. Natürlich stehen da auch Wohnwagen mit gelben Nummernschildern. Die Niederlande als Partnerland des CHIO sind aber nicht der einzige Grund dafür, das Weltfest des Pferdesports aus einer mobilen Behausung heraus hautnah zu erleben. Diese Möglichkeit gibt es schon seit Jahren.

Und für die Grooms, die Pferdepfleger der Spring- und Dressurreiter, gehört das Campieren bei Turnieren ebenso zum Berufsalltag wie für die Teams im Gespannfahren. Sind die Vierbeiner in den Turnierboxen eingestallt, wohnen die Zweibeiner in den mit Wohnabteilen ausgebauten Transportern.

„Wenn der Schuh drückt, suche ich eine Lösung“, sagt Georg Pohen. Schon vor mehr als zehn Jahren wurde der Landwirt gefragt, ob er in seinem Gut Kuckesrath, das in der Soers direkt neben dem Start der Geländeprüfung des Gespannfahrens und der Vielseitigkeit liegt, nicht einige Hindernisrichter einquartieren könne. Gefragt, getan. Zusammen mit dem Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) entstand die Idee, einen Platz für Wohnwagen und Wohnmobile bereitzustellen, ebenso für Lastwagen der diversen Aussteller auf dem CHIO-Gelände. Die Möglichkeit, so nah am Hauptstadion zu campieren, sprach sich herum.

„Jetzt haben wir auch einige Gäste“, sagt Pohen, während er an seinem Holztisch vor seiner Haustüre die Nummernschilder zweier Neuankömmlinge notiert. Es handelt sich wie fast immer um Stammgäste. Sie wissen, wie alles funktioniert: 30 Euro pro Nacht zahlen, die Quittung im Wagen gut sichtbar hinter eine Scheibe legen, auf den zugewiesenen Standplatz fahren – und dann nur noch genießen. Wie auf einem ordentlichen Campingplatz gibt es Strom und Wasser, fix eingerichtete Duschen und Toiletten. Das spezielle CHIO-Ambiente gibt es aber nur hier. Vielseitigkeitsreiter und Gespanne preschen direkt vor der Wohnwagentür vorbei.

Für die Pferdepfleger ist das Übernachten in mobilen Behausungen Berufsalltag. Diese rollenden Wohnungen stehen aber nicht bei Pohsen, sondern auf dem Turniergelände. „Das ist wunderbar und sehr praktisch“, sagt Armando Jacobo, während die Oldenburger Schimmelstute Caruschka friedlich neben ihm grast. Der Brasilianer ist Groom bei Eduardo Menezes und hat keinen Grund zum Klagen. Caruschka hat am Dienstag das Eröffnungsspringen gewonnen, und schon vor dem Turnier kaufte sein Chef einen ganz neuen Pferdetransporter.

Das geht mit hohen sechsstelligen Summen zwar wacker ins Geld, doch mit einem sogenannten Horsetruck kauft man neben einem Lastwagen für den Pferdetransport zugleich auch eine Fünf-Sterne-Unterkunft – und spart sich fortan die Kosten für teure Hotels. „Küche, Bad, Dusche, Toilette, Wohn- und Schlafbereich, TV, Kühlschrank“, zählt Armando Jacobo auf, „alles da“.

Und eine Klimaanlage hat er auch. Der Brasilianer ist das erste Mal als Groom beim CHIO in Aachen. Dass hier der Schutz vor Regen mitunter wichtiger als der Schutz vor Hitze ist, kann er im Gegensatz zu den erfahrenen Campern bei Bauer Pohen noch nicht wissen. Die haben um ihr Vorzelt vorsorglich schon einen Wassergraben gezogen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert