Der AKV kann entspannt in die tollen Tage gehen

Von: Jan Mönch
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In fast allen Punkten positiver als im Vorjahr: David Lulley (links) und Rolf Gerrards (rechts) vom AKV freuten sich über das Urteil der Leserjury, das AZ-Chefreporter Manfred Kutsch am Samstag bekanntgab. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Humor ist, wenn man trotzdem lacht - diese Binsenweisheit ist jedem geläufig, gerade bei Karnevalisten sollte man sie also voraussetzen dürfen.

Ausgerechnet einige Entscheidungsträger beim Aachener Karnevalsverein (AKV) allerdings hatten sie im vergangenen Jahr nicht beherzigt: Nach negativer Presse für die Ordensverleihung Wider den Tierischen Ernst hatten die Edelnarren beleidigterweise die traditionelle Freiluftveranstaltung am Aachener Holzgraben abgeblasen.

Neben dem Beginn des Straßenkarnevals wurde damit auch die öffentliche Bekanntgabe des - ebenfalls negativen - Urteils der AZ-Leserjury unterbunden (gedruckt wurde es selbstverständlich dennoch).

Am Samstag nun wurde endgültig ein Schlussstrich unter die allzu ernsthafte Zwietracht gezogen. Der AKV gab dem Fastelovvendsvolk sein Open-Air zurück, Manfred Kutsch, Chefreporter der Aachener Zeitung, überbrachte an gewohnter Stelle dem AKV die Meinung unserer Leser. Und zwar nicht nur für das Publikum vor Ort, sondern auch für die Zuschauer von Center.TV - der Lokalsender übertrug live. Und siehe da: In fast allen Punkten fällt das Votum im Jahr von Ordensträger zu Guttenberg positiver aus als im Jahr von Ritter Rüttgers.

Herausragen konnte dabei ausgerechnet die Ritterrede, die ja eigentlich gar keine war. Bekanntlich hatte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg dem AKV der Lage in Afghanistan wegen abgesagt und sich von Bruder Philipp vertreten lassen - und hätte aus Sicht unserer Leser schwerlich eine bessere Wahl für einen „Knappen” treffen können: Mit einer Durchschnittsnote von 1,25 wurde honoriert, dass Philipp zu Guttenberg den Spagat schaffte, den großen Bruder einerseits in Schutz zu nehmen, andererseits aber genüsslich durch den Kakao zu ziehen.

Nur die Laudatio kam nicht an

„Das ist die drittbeste Bewertung in der Geschichte unserer Leserjury”, ließ ein sichtlich beeindruckter Manfred Kutsch die Gäste am Holzgraben und die Zuschauer an den Fernsehgeräten wissen. Übertroffen wurde auch der damalige NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers mit seiner Note von 1,68 im vergangenen Jahr.

Keine Wertung, mit der Jürgen Rüttgers sich damals verstecken musste - wesentlich schlechter kam dann am vorvergangenen Wochenende die Laudatio auf seinen Nachfolger und Parteifreund Karl-Theodor zu Guttenberg an. Mit 3,04 attestierten die AZ-Leser dem Ministerpräsidenten a.D. einen nur sehr mäßigen Beitrag. Einen Grund dafür glaubte Manfred Kutsch zu kennen: „Die Leser haben sich wohl gefragt, warum der Ritter in einer Laudatio auf den Ritter kaum vorkommt.”

Die Laudatio bleibt jedoch der einzige echte Schwachpunkt, den die Leserjury ausgemacht hat. Von Jürgen Beckers sowie Rolf Gerrards wurde die Ordensverleihung nach einhelliger Ansicht endlich wieder anständig moderiert (Note: 1,97). Weiterhin lag der Gesamteindruck der Ordensverleihung bei einer Durchschnittsnote von 1,93 im Einserbereich.

Ein Ritt auf der Rasierklinge?

Ein Ergebnis, das vor allen Dingen Werner Pfeil ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. „Jetzt können Sie es uns ja verraten: Haben Sie einen Ritt auf der Rasierklinge hinter sich?”, stieg Manfred Kutsch auf der Bühne in ein Kurzinterview mit dem neuen AKV-Präsidenten und Nachfolger von Horst Wollgarten ein - schließlich hatte mancher nach der Absage des Ordensritters sowie der hochaktuellen Affäre um dessen Doktortitel befürchtet, dass der AKV sich nach Strich und Faden blamieren würde. „Ruhig geschlafen habe ich immer. Aber wir haben natürlich mit dem Elferrat zusammengesesssen und gefragt: Was wird nun aus unserer Festsitzung?”, gab Pfeil zu.

Das Ergebnis unserer Leserjury zeigt: Trotz schlimmer Vorzeichen haben der AKV und sein Orden Wider den Tierischen Ernst viele verspielte Sympathiepunkte wieder gutgemacht. Pfeil und sein Elferrat können diese Woche ganz entspannt in die tollen Tage gehen - und anschließend das nächste Kapitel in der Geschichte des Ordens aufschlagen.
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