Aachen - Der 1. Mai unter neuen Vorzeichen: Spektakulärer Umzug

Der 1. Mai unter neuen Vorzeichen: Spektakulärer Umzug

Von: Christiane Chmel
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Aachen. 125 Jahre 1. Mai – dieses Jubiläum wird am Maifeiertag vom DGB gebührend gefeiert. Für die Gewerkschaften in Aachen ist der kommenden Freitag auch in einer zweiten Hinsicht etwas Besonderes: In der Kaiserstadt entstand 1945 die erste freie Gewerkschaftsbewegung nach dem Krieg.

Aus diesem Grund findet in Aachen die Schwerpunktveranstaltung des DGB statt, um gleichzeitig an den runden 70. Geburtstag zu erinnern. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und DGB NRW-Bezirksvorsitzender Andreas Meyer-Lauber werden ab 11 Uhr auf dem Markt sein und im Rahmen der Maikundgebung zu den Bürgerinnen und Bürgern sprechen.

Zuvor findet die traditionelle Mai-Demonstration statt, die jedoch in diesem Jahr als so genannter Memo-Zug organisiert wird. Start ist um 10 Uhr an der Dennewartstraße vor dem DGB-Haus, wo die Protestkundgebung auf dem „Haymarket“ in Chicago nachgespielt wird, die 1886 blutig niedergeschlagen wurde. Zum Gedenken an die Opfer des „Haymarket Massacres“ wurde auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationalen 1889 der 1. Mai als „Kampftag der internationalen Arbeiterbewegung“ ausgerufen.

1890 wurde dieser zum ersten Mal international organisiert. Weitere sieben Stationen folgen auf dem Memo-Zug, zu dem rund 1000 Teilnehmer erwartet werden. So wird es zum Beispiel an der Peterstraße eine Jubelparade geben. Im Jahr 1933 leisteten hier Arbeiterinnen und Arbeiter Widerstand gegen die aufmarschierenden Nationalsozialisten, indem sie diese mit Müll und Unrat bewarfen.

Zeitreise durch die Stadt

„Wir wollen die Gewerkschaften in ihren unterschiedlichen Funktionen darstellen“, betont Thomas Hartmann, Gewerkschaftssekretär des DGB Region NRW Süd-West und studierter Historiker. „Unter der Mithilfe von vielen Ehrenamtlern soll so lebendig gemacht werden, was Antrieb und Motor der Gewerkschaftsbewegung in 125 Jahren war.“ Auch am Ludwig Forum, am Seilgraben, kurz vor dem Elisenbrunnen und auf dem Theatervorplatz stoppt die Zeitreise. Bevor die offizielle Mai-Kundgebung startet, wird auf dem Marktplatz der seit dem 1. Januar vorgeschriebenen Mindestlohn thematisiert.

Unter dem Motto „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir!“ wird Ralf Woelk, Geschäftsführer DGB Region NRW Süd-West die Veranstaltung eröffnen. „Wir wollen den Blick nach vorne richten, nachdem wir in den vergangenen Jahren viele Abwehrkämpfe geführt haben, um soziale Systeme zu erhalten“, so Woelk.

Ab 12.45 Uhr beginnt das kulturelle Programm mit Sänger Jupp Ebert und der Indi-Rock-Gruppe „Kurzurlaub“ der Gewerkschaftsjugend. Neben Infoständen befreundeter Vereine und der Fachgewerkschaften stehen Getränke und Speisen sowie ein Kinderprogramm bereit, bis die Veranstaltung gegen 15 Uhr endet.

Der DGB hat aus Anlass der diesjährigen Gedenkveranstaltung in Chicago eine Erinnerungstafel an das „Haymarket Monument“ in Auftrag gegeben. Dieses hängt nun neben vielen anderen Gedenktafeln der Gewerkschaften aus vielen Ländern der Welt an dem Denkmal, welches an die blutige Niederschlagung der Protestkundgebung im Jahr 1886 erinnert.

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