Depot Talstraße erlebt seine Nagelprobe

Von: Martina Stöhr
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Fritz ter Wey, Martin te Laak, Harald Nickoll, Georg Hage und Ansgar Menze (von links) freuen sich auf die Chorbiennale, die am Freitag beginnt. Einer der Höhepunkte wird die „Lange Chornacht“ zum Abschluss am 17. Juni sein. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Unter das Leitbild „Bridges“, also Brücken, haben die Organisatoren die Internationale Chorbiennale in diesem Jahr gestellt. „Denn das Brückenbauen ist in unserer Zeit notwendiger denn je“, sagen sie.

Insgesamt 112 Chöre mit 2000 Sängern werden vom 9. bis 17. Juni zu insgesamt 27 Veranstaltungen einladen. Mit dabei sind neben Chören aus zehn Nationen auch viele neue Chöre aus der Euregio. „Und mit der finnischen Gruppe ‚Rajaton‘, eine der besten und bekanntesten A-capella-Formationen, ist uns ein großer Kracher gelungen“, sagt Ansgar Menze, künstlerischer Produktionsleiter der Chorbiennale.

„Bridges to your soul“

Ihren offiziellen Auftakt findet die Fünfte Internationale Chorbiennale am Freitag, 9. Juni, um 20 Uhr im Depot in der Talstraße. Der Credo Kammerchor Kiew/ Ukraine und der Aachener Kammerchor laden unter dem Titel „Bridges to your soul“ zum Eröffnungskonzert ein. „Im Depot hat noch nie ein Konzert stattgefunden“, sagt Martin te Laak vom Aachener Kammerchor. An diesem Abend werde sich seiner Meinung nach zeigen, ob das Depot als künftiger Veranstaltungsort für weitere Konzerte geeignet ist.

Ansonsten zählen neben der Aula Carolina, dem Krönungssaal und dem Theater vor allem Kirchen zu den Aufführungsorten der Chorbiennale. Überall in der Stadt also finden Konzerte statt, „die für gute Stimmung sorgen“, wie die Organisatoren meinen. Einen Brückenschlag durch die Jahrhunderte, „Pontes per saecula“, bietet der Kammerchor des Aachener Bachvereins am Samstag, 10. Juni, um 20 Uhr in der Citykirche St. Nikolaus. Laut Chorleiter Georg Hage stehen dabei Werke aus der geistlichen Musik im Mittelpunkt, und zwar vom Barock bis in die Moderne. Den zweiten Teil des Abends gestaltet der Ave Kammerchor aus Slowenien.

„Advance Democracy“

„Advance Democracy“ lautet der Titel, unter dem der Kammerchor Carmina Mundi am Sonntag, 11. Juni, um 20 Uhr in der Aula Carolina auftritt. Dirigent Harald Nickoll verspricht ein abwechslungsreiches Programm und verweist ganz ausdrücklich auch auf den Chœur de chambre Mikrokosmos aus Frankreich, der sich als Brückenbauer zu anderen Disziplinen wie Tanz und Film einen Namen gemacht hat.

Auch er wird an diesem Abend auftreten. Des weiteren heben die Veranstalter das Konzert mit dem Jungen Chor Aachen und das Konzert „Camina Burana“ hervor. Doch neben all den renommierten Chören wollen die Organisatoren auch jungen Projekten eine Bühne bieten. So werden eine Reihe von Grundschulen am Samstag, 10. Juni, um 16 Uhr auf dem Katschhof das Projekt „Jekiss“ (Jedem Kind seine Stimme) vorstellen.

Und danach geht es mit der „Pop-Acadamy“ der Musikschule weiter. Bei jeder Veranstaltung stehen immer zwei Chöre auf der Bühne, und auch das trägt offensichtlich dazu bei, Brücken zu bauen.

Außerdem ist ein interaktiver Vortrag mit Wolfgang Saus zu Obertönen im Gesang geplant, und auch ein Workshop mit der Gruppe „Rajaton“ steht auf dem Programm. Und bei verschiedenen „Lunchkonzerten“ stellen sich die Internationalen Kammerchöre vor.

Insgesamt bietet die Chorbiennale also ein umfassendes Angebot, und das auch mit vielen Satelliten-Konzerten in anderen Städten. Dass dieses in zweijährigem Turnus stattfindende Chor-Festival jetzt noch einmal möglich wurde, ist vor allem dem Enthusiasmus aller Beteiligten zu danken. „Denn finanziell ist das Projekt nur sehr schwer zu stemmen“, meint Ansgar Menze.

Und schon jetzt freuen sich die Organisatoren ganz offensichtlich auf die „Lange Chornacht“, am Samstag, 17. Juni, von 18 bis 24 Uhr. 70 Chor- und Vokalformationen aus Aachen und der Euregio werden dann an verschiedenen Orten der Innenstadt singen. Und wenn es dann abschließend um 24 Uhr „Farewell“ vor dem Rathaus heißt, dann sei das Ambiente dort nicht zu übertreffen, meint Harald Nicoli, Carmina Mundi. „Dann sind wir alle ergriffen und gerührt“, sagt er.

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