Aachen - Depot: Die Eröffnung wird zum Volltreffer

Depot: Die Eröffnung wird zum Volltreffer

Von: Stefan Herrmann
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Volles Haus: Mit einem gezielten Wurf eröffneten Susanne Schwier, Manfred Sicking und Michael Groschek (v.l.) das neue Kultur- und Sozialzentrum Depot Talstraße. Foto: Andreas Steindl
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Sie haben nun die Schlüsselgewalt im Depot: Centermanagerin Sabine Zierz und Hausmeister Guido Keuters.

Aachen. Dem Volltreffer folgte der große Jubel. Mit hochgerissenen Armen feierte SPD-Politiker Michael Groschek am Freitag gemeinsam mit Susanne Schwier und rund 400 Gästen den ganz großen Wurf im Depot Talstraße. Der NRW-Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr und Aachens Kulturdezernentin hatten gerade mit einem ungewöhnlichen „Schlüsselerlebnis“ das Leuchtturmprojekt in Aachen-Nord eröffnet.

Dem Duo gelang es zusammen mit Dr. Manfred Sicking, Dezernent für Wirtschaftsförderung, mit den ersten Tennisballwürfen zwei symbolische Schlüssel, die hoch oben unter der Decke des ehemaligen Straßenbahndepots hingen, zu treffen. Auf dem Boden der Tatsachen angekommen, wurden die Pappschlüssel sogleich an Sabine Zierz, die neue Centermanagerin des Depots, überreicht. Damit war die Partystimmung perfekt.

Dabei löste die Entstehungsgeschichte des Kulturkomplexes bis zuletzt nicht nur Jubelstürme aus. Vor allem die Kosten stiegen im Laufe der aufwendigen Sanierungsarbeiten stark an. Ging man zunächst von 9,4 Millionen Euro aus, die der Depot-Umbau kosten sollte, musste die Verwaltung 2015 eingestehen, dass mehr Geld vonnöten sei. Am Ende landete man bei zwölf Millionen Euro, 80 Prozent davon wurden vom Land zugeschossen. Auch die Fertigstellung verschob sich immer wieder.

Nun ist es also offiziell eröffnet, das neue soziokulturelle Stadtteilzentrum. Die Marschrichtung gaben die Akteure denn auch gleich vor: „Hier geht bald die Post ab“, ist Schwier überzeugt. In kurzen Talks unter der Moderation von Stadtsprecher Bernd Büttgens stellten sich einige Mieter vor, einstige Arbeiter des Straßenbahndepots kamen ebenso zu Wort wie Olaf Müller. Sein Kulturbetrieb hat nun das Manegement des Zentrums für Soziales und Kultur übernommen.

Müller zeigte sich am Freitag rundum zufrieden. 95 Prozent der Flächen seien mittlerweile vermietet. Bis Anfang Juni sollen dann auch alle Pächter endgültig eingezogen sein. Auch hier hatte es in der Vergangenheit einige Verzögerungen gegeben. Die Folge: Bereits einkalkulierte Mieteinnahmen fließen erst später. Die Politik musste zähneknirschend zusätzliches Geld für den Betrieb des Depots bereitstellen.

Beim bunten Begrüßungsmarathon am Vormittag in der ehemaligen Wagenhalle spielten all diese kritischen Begleittöne indes kaum eine Rolle. Stattdessen: ein bunter Mix an Besuchern, viele fröhliche Gesichter und fast noch mehr offene Türen, die zum ersten Reinschnuppern in die Angebote des Depots einluden. Das wurde von den Gästen gerne angenommen – möglicherweise auch, um der enormen Geräuchkulisse in der Piazza, dem zentralen Saal des Zentrums, zu entkommen.

Die Akustik präsentierte sich nämlich in einem von Aachens optisch sicherlich ansprechendsten Veranstaltungsräumen zum Start (noch) nicht in Topform. Aber auch da sei man zuversichtlich, mit entsprechender Tontechnik zum Beispiel auch musikalische Events der Extraklasse etablieren zu können, versprühte Müller Optimismus.

Noch nicht vollends zufrieden ist man bei der Verwaltung unterdessen mit dem Vorplatz. Der große Container, der während der mehrjährigen Sanierung als sogenannter Info-Point diente, steht weiterhin direkt vor dem Depot und verperrt vom Kreuzungsbereich Aretzstraße/Hein-Janssen-Straße den Blick auf den Bau. Das soll sich ändern, versicherte Susanne Schwier.

Der Container verschwindet voraussichtlich spätestens im Sommer. Anschließend soll der Eingangsbereich umgestaltet werden. Schwier schwebt unter anderem eine große Stele vor, auf der Besucher auf einen Blick erkennen können, welche Angebote das Depot bietet.

Schon jetzt herrscht Einigkeit in Aachen-Nord: Mit viel Engagement und zahlreichen Aktionen möchten die Akteure nun alles daran setzen, das Depot dauerhaft mit Leben zu füllen. So passten die vielen Volltreffer zum Auftakt bestens ins Bild.

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