„Denkwerkstatt“: Wo junge Planer Undenkbares entwerfen

Von: Wolfgang Schumacher
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Denkwerkstatt des BDA: Architekt Prof. (em.) Klaus Klever (l.) stellte die Arbeiten junger Kollegen, die zum Teil ausgesprochen ungewöhnliche Ideen enthielten, im Haus Löwenstein vor. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Zu den Ergebnissen einer „Denkwerkstatt“ des BDA, dem Bund Deutscher Architekten, hatte der bekannte Aachener Architekt Klaus Klever Fachleute und interessierte Bürger in das Haus Löwenstein (Markt) eingeladen. Dort hatte der Architektennachwuchs völlig freie Hand. Das Ergebnis: erstaunliche Ideen für kritische Stadtpunkte.

Dort im Erdgeschoss präsentierte Klever gemeinsam mit der jungen Kollegin Carolin Stapenhorst, Juniorprofessorin an der RWTH-Aachen, Arbeiten von Nachwuchsarchitekten, die sich bei einer von Klever und dem BDA organisierten Werkstattsitzung Gedanken zu zwei problematischen Stadträumen in Aachen gemacht hatten.

„Wir haben eine ganzen Tag zusammen gesessen und versucht, ungewöhnliche Lösungen für diese Bereich zu suchen“, berichtete Klever von der Zusammenkunft junger, meist studentische Kollegen, die sich die städtischen Räume rund um die Adalbertskirche, als den erweiterten Kaiserplatz, und das innerstädtische Areal zwischen der katholischen Kirche St. Peter und dem Alten Kurhaus architekturplanerisch „vorgenommen“ hatten.

Im letzteren Bereich prangt wie eine Festung das unschöne Gebäude des neuen Aachener Bushofs, neu war er vielleicht einmal in den 1970er Jahren, schön aber war er nie. Viele Entwürfe, die jetzt im Haus Löwenstein auf dem Tisch lagen, plagen sich regelrecht mit dieser städtischen Fehlplanung. Eine radikale Lösung machte den Bushof dem Erdboden gleich und sah stattdessen eine innerstädtischen Park dort vor, der bis an die städtischen Bibliothek an der Couvenstraße heranreichte. Mancher Entwurf nahm aber den Straßenverlauf der Peterstraße wieder auf und setzte dort mit einer Randbebauung an, die sich rechtwinklig zur Hotmannspief abknickt.

Aachens „Centre Pompidou“

Ein radikaler Entwurf sah eine Art Aachener „Centre Pompidou“ vor, also jenem Pariser Kulturzentrum, das einst die alten Markthallen dort im Zentrum wegradierte. Als Vorplatz war ein rechteckiges, grünes Karree zwischen dem Restbushof und wiederum der Stadtbibliothek vorgesehen. Zum Raum etwas weiter entfernt in Richtung Altes Kurhaus gab es ebenso diverse und gleichermaßen hochinteressante Gestaltungsvorschläge.

Einer von ihnen verlegte die Klangbrücke komplett in ein neues Gebäude, diverse Verkehrsführungen in dem dort als tot und verplant angesehenen Bereich wurde vorgeschlagen.

Der Stadtplaner und Architekt Prof. (em.) Gerhard Curdes wies auf die besondere Bedeutung des „Stadtraumes“ hin, die städtische Planerin Gertrude Helm vom städtischen Fachbereich Stadterneuerung) stimmte dem zu, interessierte sich insbesondere für „unkonventionelle Vorschläge, die wir nicht denken können“. Derer gab es viele, gerade auch für den nach dem Bau des Aquis Plaza „toten“ Raum rund um die Kirche St. Adalbert am Kaiserplatz. Auch für diesen Bereich wie für die Kirche selber gab es ein Vielzahl diskutierenswerter Ansätze und Vorschläge, um die Lage dort insgesamt zu verbessern.

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