Denkmalpflege hat hohen Stellenwert in Aachen

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Aachen. Denkmalpflege - der Begriff klingt nach Erhaltung historischer Fassaden, nach Nostalgie und Vergangenheit. Dass Denkmalpflege jedoch viel mehr sein kann, zukunftsorientiert, innovativ, wirtschaftsfördernd und an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet - das machte Monika Krücken deutlich, als sie am Donnerstagabend auf der Sitzung des Planungsausschusses einen Vortrag zur Standortbestimmung der Denkmalpflege in Aachen hielt.

„Die Denkmalpflege hält ein allgegenwärtiges Kulturangebot vor, von dessen Wahrnehmung niemand durch Eintrittsgelder, Bildungsschranken oder ähnliches ausgeschlossen ist, erklärte die neue Leiterin der Denkmalpflege der Stadt Aachen. Mit der Denkmalpflege werde die Kultur eines Ortes und seine Vergangenheit sichtbar, sie trage zur Profilbildung einer Stadt bei.

In Aachen hatte sie immer schon einen großen Stellenwert. Als im Jahr 1980 in Nordrhein-Westfalen das Denkmalschutzgesetz in Kraft trat, war man in der Kaiserstadt besonders engagiert, um die neuen Anforderungen zu erfüllen: Innerhalb von nur zwei Jahren wurden rund 3.500 Denkmäler rechtskräftig in die Denkmalliste eingetragen und damit unter den Schutz des Gesetzes gestellt. Heute sind dort nicht nur Gebäude aufgeführt, die bereits mehrere hundert Jahre alt sind, auch Bauten aus der jüngeren Vergangenheit befinden sich darunter - zum Beispiel das Universitätsklinikum. „Der Denkmalbegriff richtet sich nicht nach subjektiven ästhetischen Empfinden. Denkmäler sind Zeitzeugen und legen Zeugnis ab, erzählen uns Geschichten über vergangene Zeiten, so Monika Krücken.

Der Denkmalpflege obliegt nicht nur die Aufgabe, das Alte zu bewahren, sie muss dafür Sorge tragen, das Neue auf geeignete Weise in den historischen Bestand einzufügen. „Veränderungen bedürfen einer hohen Qualität, meint Monika Krücken. Ein Beispiel ist der im Jahr 1995 abgeschlossene Neubau des Kaiserbades und die städtebauliche Integration der Fassade in das Ensemble aus Römerarkade und ehemaligem Quirinusbad am Hof, oder der moderne Anbau eines Gründerzeithauses in der Zollernstraße.

Die Denkmalpflege ist darüber hinaus auch ein Wirtschaftsfaktor. Jeder Euro Fördergeld (Bund, Länder) als direkte Finanzhilfe löst ein neunfaches Investitionsvolumen aus, jeder Euro Steuererleichterung setzt in Nordrhein-Westfalen private Investitionen von 18 Euro frei, Förderprogramme schaffen bundesweit rund 100.000 Arbeitsplätze für Handwerker. Denkmalpflege ist zudem ein weicher Standortfaktor, denn auch der Städtetourismus profitiert von der Erhaltung der Baudenkmäler, die Stadt erhält unmittelbar Gebühreneinnahmen aus der Ausstellung der Steuerbescheinigungen: Im Schnitt der letzten fünf Jahre konnten Einnahmen in Höhe von rund 60.000 Euro pro Jahr erzielt werden.

450 Bauanträgen und Steuerbescheinigungen wurden im letzten Jahr von der Abteilung Denkmalpflege bei der Stadt Aachen bearbeitet. Intensiv wurde sich mit

Eigentümern und Architekten sowie dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege abgestimmt, etwa ein bis zwei Außentermine nimmt jeder einzelne Mitarbeiter täglich wahr. Die Denkmalpflege trifft in Aachen auf einen äußerst fruchtbaren Boden: Zahlreiche Arbeitskreise und Geschichtsvereine unterstützen diese Arbeit. Wie groß das historische Bewusstsein bei den Aachener Bürgern für ihre Geschichte ist, stellten die archäologischen Ausgrabungen im Elisengarten unter Beweis.

Monika Krücken schloss ihre Ausführungen im Planungsausschuss mit einem Ausblick auf die Aufgaben, denen sich die Denkmalpflege in der Zukunft stellen muss: Dazu gehört die energetische Sanierung von Denkmälern, die Pfalzenforschung, die Einbeziehung von Grabstätten auf Friedhöfen in die Denkmalpflege und die Bewahrung der vorhandenen historischen Struktur in der Innenstadt durch den Denkmalbereich.
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