Denkmalgeschützte Fassadenelemente zurück am Centre Charlemagne

Von: Laura Knops
Letzte Aktualisierung:
„Schmetterlinge” aus Kupfer:
„Schmetterlinge” aus Kupfer: Am bisherigen Verwaltungsgebäude an der Ritter-Chorus-Straße - künftig Centre Charlemagne - sind wieder die charakteristischen Fassadenelemente zu sehen, die 2010 gestohlen worden Foto: Andreas Steindl

Aachen. Lange gehörten die sogenannten „Schmetterlinge” zum typischen Bild der Ritter-Chorus-Straße - bis sie während den umfassenden Sanierungsarbeiten am Verwaltungsgebäude Katschhof von einem Trio aus dem Ruhrgebiet gestohlen wurden.

Der Bericht über die im Mai 2010 entwendet Fassadenelemente zog im letzten Jahr große Aufmerksamkeit auf sich, nachdem die Stadt in dieser Sache die Anwohner um Hilfe gebeten hatte. Die als Sicht- beziehungsweise Blendschutz dienenden neun Kupferflügel waren wegen der Sanierung der Natursteinfassade des Gebäudes demontiert worden. Gut verpackt und auf Paletten gelagert, lagen die wertvollen Fassadenelemente im Innenhof des Gebäudes, bis zu ihrem Diebstahl.

Die Diebe wurden gefasst, doch die mit Kupferblech beschichteten Flügel aus den 60er Jahren konnten nicht mehr gerettet werden. Die in ihrem ideellen Wert nicht zu ersetzenden und unter Denkmalschutz stehenden „Schmetterlinge” waren trotz des geringen Materialwerts in der Schmelze gelandet. Maximal 500 Euro werden die Diebe, mehrere Männer aus dem Ruhrgebiet, von einem Alteisenhändler bekommen haben, schätzt Axel Costard vom Presseamt.

Fast exakt nachgebaut

Als stilbildende Elemente des Entwurfes von Professor Gerhard Graubner konnten die Flügel mit viel Engagement anhand alter Zeichnungen und Fotos aufwendig rekonstruiert werden. Nicht nur die Originalgröße konnte fast exakt nachempfunden werden, auch die typische Farbe der noch glänzenden Kupferbleche wird spätestens in ein bis zwei Jahren durch natürliche Alterung wieder originalgetreu sein.

Ein noch gut erhaltenen Originalhalter ermöglichte die präzise Nacharbeitung. „Der Materialwert, den die Diebe erzielt haben, wird sehr gering gewesen sein im Gegensatz zum geschätzten Herstellungswert von etwa 20.000 Euro”, so Brigitte Schuh von der Projektsteuerung beim Gebäudemanagement.

Das Gebäude wird zukünftig als „Centre Charlemagne” der Ausgangspunkt der neu entstehenden Route Charlemagne sein, die bis zum 1200. Todestages Karls des Großen am 28. Januar 2014 verwirklicht sein soll. Die Route Charlemagne wird durch das Zentrum und das einzigartige kulturelle Erbe Aachens führen. Stationen sind neben dem Centre Charlemagne mit Museeumsbereich und historischer Ausstellung auch Rathaus, Dom, Zeitungsmuseeum, Grashaus, Haus Löwenstein (Infostelle), SuperC, Couven-Museum und Elisenbrunnen. Jede Station widmet sich einem besonderem Thema, das die Geschichte Karls mit der Gegenwart verbindet.

Zu den aktuellen Arbeiten an dem Gebäude sagt Thomas Croon (HKS Architekten): „Verursacht durch langwierige Abbrucharbeiten im Innenhof, kam es zu Verzögerungen, die sich aber noch im Rahmen halten. Wir versuchen die verlorene Zeit aufzuholen, aber das wird nicht ganz möglich sein.” Die Eröffnung des Centre Charlemagne soll 2013 stattfinden. Mit der Rekonstruierung der „Schmetterlinge” ist ein weiterer Schritt in diese Richtung getan.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert