Den Wetterkapriolen zum Trotz: Tolles September Special

Von: Carolin Kruff
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Den Wetterkapriolen zum Trotz: Beim abgespeckten „September Special“ ging es wie hier am Samstag auf dem Münsterplatz mit der Formation „Just:is“ rund. Foto: Andreas Steindl
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Der Godfather des deutschen Soul: Edo Zanki begeisterte mit seiner Band und der Premiere des Programms „Body & Soul“ im Elisengarten. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die gerade einmal sechs Monate alte Eden Mohn dürfte am Wochenende wohl die jüngste Besucherin unter den tausenden September-Special-Fans gewesen sein. Und die einzige, die das musikalische Altstadtfest verpennt hat.

Denn während Mama Janine und Papa Felix mit den anderen Feierwütigen zu „99 Luftballons“ oder auch „Celebration“ mittanzten, träumte sie im Tragetuch selig vor sich hin. „Wahnsinn, diese Stimmung“, ist Janine Mohn ganz aus dem Häuschen.

Samstagabend, 20.30 Uhr, nicht nur der Elisengarten ist proppenvoll, auch der Münsterplatz, wo die zweite Bühne für das Open-Air-Kulturfest bereitsteht, platzt aus allen Nähten. Ein letztes Donnergrollen am Öcher Firmament wirkt wie die Ruhe vor dem Sturm. Denn plötzlich prasselt es in Strömen: Nein, keine Regentropfen, sondern Beats am laufenden Meter!

Und als die Coverband „Just:is“ die Bühne stürmte, verwandelte sich der Münsterplatz in Sekundenschnelle in eine kochende Tanzfläche, unzählige Füße setzten sich rhythmisch in Bewegung, hunderte Stimmen trällerten gegen den Bass an. Gewusst wie: Das Frontduo Sandra Kozlik und Reiner Jennißen heizte den Besuchern ordentlich ein. Rock, Pop, Soul, Oldies und aktuelle Ohrwürmer – die explosive Mischung zündete. Der Earth Wind & Fire-Klassiker „Dancing in September“ passte wohl selten so gut wie an diesem Abend und bei Andreas Bouranis „Auf uns“ gingen auch die letzten Arme nach oben.

Während im Schatten des Doms die Open-Air-Disco die Menge zum Beben brachte, ging es im Elisengarten, quasi um die Ecke, etwas ruhiger zu, wenn auch ebenso stimmungsvoll. Edo Zanki, der Godfather des deutschen Soul, fesselte sein Publikum nicht nur mit seiner beeindruckenden Stimme. Als er die Bühne betrat, war er wohl selbst etwas überrascht von dem Andrang: „Unglaublich, ihr müsstet euch sehen. Das ist total geil.“ Startschuss für die Zanki-Show! Die Zuschauer wurden nicht enttäuscht, sondern mit feinstem Soul, Funk und Rock belohnt. Einzigartig obendrein: Denn das Live-Programm „Body&Soul“ feierte im Elisengarten Premiere, wie Rick Takvorian, Veranstaltungsmanager beim Kulturbetrieb, ankündigte.

Mal nachdenklich, mal fetzig, mal melancholisch, mal selbstironisch – Edo Zanki und seine musikalischen Mitstreiter bedienten die ganze Gefühlspalette, auch wenn der Vollblutmusiker gestand: „Viele Songs sind gelogen und überhaupt nicht autobiografisch.“ Egal, denn berührt hat seine Musik, die Zanki selbst als „musikalisches Slow-Food“ bezeichnet, allemal. Das ging ins Ohr, das hat gegroovt! Und getanzt wurde auch im Elisengarten zu den Zanki-Songs – jedoch eher eng umschlungen als im Travolta-Stil wie auf dem Münsterplatz.

Auch Anni und Hubert Freud haben mit ihren Freunden ein lauschiges Plätzchen im Elisengarten gefunden und genießen den musikalischen Abend unter regenfreiem Himmel: „Das Programm ist ausgezeichnet und die Stimmung sehr gut. Wir sind jedes Jahr hier und immer wieder von der musikalischen Vielfalt beeindruckt. In diesem Jahr vermissen wir allerdings das Riesenrad und hoffen im nächsten Jahr wieder auf mehr Bühnen.“ Bereits am Nachmittag verwandelten die Bands „Klartekst“ und „Waduh“ sowie die Walheimer Bigband die Altstadt in einen vibrierenden Klangkörper.

Die Baustelle auf dem Hof sowie die am Wochenende geendeten Karls-Ausstellungen waren der Grund dafür, dass Hof, Katschhof und Markt als Locations pausieren mussten, dafür erhielt der Münsterplatz Unterstützung vom Elisengarten, der sich zuletzt 2006 anlässlich der Weltreiterspiele in den Reigen der Bühnenstandorte beim September Special einreihen konnte. Und so kamen an vier Tagen nur zwei Bühnen zum Einsatz, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Funk, Soul, Reggae, Pop, Jazz und Rock bis hin zu Folk – der musikalische Blumenstrauß, der von der Stadt und dem Märkte- und Aktionskreis City (MAC) gebunden wurde, ging am Sonntagabend mit einem großen Finale zu Ende.

Der letzte Tag zeigte sich als ein Feuerwerk der Musikrichtungen: Im Elisengarten gab es am Nachmittag Reggae, Rock und Balladen von der aus Bosnien-Herzegowina stammenden Band „Zoster“, während am Münsterplatz jazzige Klänge der Sparkassen-Big-Band sowie die feurige Gitarren-Performance von „Carlos“ dominierten.

Wer am Sonntagabend das nass-graue Wetter nicht scheute, wurde mit zwei erstklassigen Abschluss-Gigs belohnt. „Szenario“ begeisterte im Elisengarten mit dem atemberaubenden Spiel von Frontgeiger Christoph Broll, während der Münsterplatz von der Newcomer-Band „Camarel“ bespielt wurde.

„Es war die richtige Entscheidung, das September Special in diesem Jahr unter dem Motto ‚klein, aber fein’ zu veranstalten. Trotz des nicht immer tollen Wetters konnten alle Konzerte stattfinden und waren gut besucht, die Stimmung war ausgezeichnet und der Zuspruch von allen Seiten sehr positiv“, freute sich MAC-Geschäftsführer Manfred Piana am letzten Konzerttag. Bei Karl und Elise, ein klasse September Special!

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