Den Umweltverbänden stinkt‘s in der Kaiserstadt

Von: Birgit Broecheler
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Aachen. Die Stadt Aachen bietet ihren Bürgern keine gute Luft. Eher krankmachende, finden zumindest die Aachener Vertreter von Verkehrsclub Deutschland (VCD), Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Sie bemängeln die hohe Belastung der Aachener Luft durch Feinstaub und Stickoxide.

Hauptverursacher: der Autoverkehr. Mit einem öffentlichen Appell fordern sie daher, eine grüne Umweltzone sowie ein Vorrangnetz für Radfahrer einzuführen, die Kapazitäten im Busverkehr zu erhöhen und Tempo 30 für weitere Straßen ins Leben zu rufen.

Im Jahr 2009 hatte die Stadt Aachen mit der Bezirksregierung Köln einen Luftreinhalteplan abgestimmt. Auslöser waren erhebliche Grenzwertüberschreitungen bei Stickoxiden und Feinstaub. Zu den Maßnahmen zählten die Förderung des Umstiegs auf Fahrrad sowie Bus und Bahn. Doch fünf Jahre später fällt die Bilanz sehr ernüchternd aus, meint Ralf Oswald vom VCD. „Die Grenzwerte werden immer noch massiv überschritten. Nur fünf Städte in Deutschland hatten 2013 beim Feinstaub noch schlechtere Werte als Aachen aufzuweisen.“

An 46 Tagen sei im vergangenen Jahr der Feinstaub-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft in Aachen überschritten worden, sagt Norbert Rath vom ADFC. Europaweit dürfe dies an höchstens 35 Tagen geschehen. Und bei den Stickoxid-Grenzwerten, die an Adalbertsteinweg und Wilhelmstraße gemessen würden, sähe es noch schlimmer aus. Sie seien überhaupt noch nie eingehalten worden. „Im vergangenen Jahr lagen sie um bis zu 25 Prozent über dem gesetzlich festgelegten Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft“, resümiert Rath.

Luftverschmutzung aber macht krank. Laut Bundesumweltamt gibt es in Deutschland jährlich im Schnitt rund 47.000 vorzeitige Todesfälle infolge zu hoher Feinstaubbelastung. „Die Gesundheit der Aachener Bürgerinnen und Bürger muss aber eindeutig Vorrang haben“, findet Oswald. Deshalb plädieren VCD, ADFC und BUND für die Einführung einer Umweltzone mit grüner Plakette zum Januar 2015. Zusätzlich drängen sie auf die schnelle und konsequente Umsetzung weiterer Maßnahmen wie etwa Tempo 30 auf mehr Straßen, den Ausbau verkehrsarmer Straßen zu einem Radnetz, höhere Parkgebühren und die Erweiterung der Kapazitäten auf Hauptstrecken.

„Weniger Autoverkehr führt zu sauberer Luft und weniger Lärm“, fasst Rath zusammen. „Wir hoffen, dass Bürger und Politiker diesen Weg unterstützen.“

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