Den Sagen auf den Grund gehen

Von: Svenja Pesch
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Sagen aus Aachen in einfacher Sprache: Karin Schütt hat die Geschichten leicht verständlich in ihrem Buch Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wie kamen die Öcher eigentlich zu ihren heißgeliebten Printen? Und warum schaut das Bahkauv so böse drein, wenn es doch angeblich die Volltrunkenen vom Alkohol abgebracht haben soll? Fragen, denen die Sozialpädagogin Karin Schütt in ihrem Buch „Sagen aus Aachen in einfacher Sprache“ auf den Grund geht.

Das Besondere ist nicht nur, dass die Geschichten für jeden leicht verständlich sind, sie wurden zusätzlich von Künstlern mit psychischer Beeinträchtigung aus dem Atelier „Kunstvoll“ des Alexianerkrankenhauses untermalt.

Im Rahmen des Projektes „Wir alle – Gemeinsam leben in Aachen-Nord“ setzt sich die Initiative für die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen in Aachen ein und wird von der Aktion Mensch gefördert. Für Schütt selber gab es zwei ausschlaggebende Momente, die sie dazu brachten, zu Stift und Papier zu greifen: „Als meine Tochter in der Kita die Sagen aus Aachen besprochen hat, konnte sie das gut verstehen. Allerdings werden solche Dinge oftmals schwer verständlich erklärt. Ein weiterer Anreiz für mich war eine Domführung für Kinder, bei der mein Sohn schnell meinte: Mama, das dauert ja ewig. Da er das Down-Syndrom hat, fällt es ihm schwer, Inhalten, die sprachlich schwer ausgedrückt werden, zu folgen. Also erklärte ich ihm alles und so kam gleich die Idee zu einem Buch.“

Persönliche Lieblingssagen

Und darin begibt sich die gebürtige Aachenerin auf eine Reise durch die Kaiserstadt und erklärt, was es mit den einzelnen Sagen auf sich hat. Wie beispielsweise mit der Entstehung des Lousbergs. Der Teufel, der mal wieder den Aachenern das Leben schwer machen wollte, hatte einen Racheplan geschmiedet. Er wollte Aachen mit Sand verschütten. Schwer bepackt mit großen Sandsäcken zog er also los und fragte eine Magd nach dem Weg. Doch die clevere Öcherin erkannte den Teufelsfuß sofort und lotste den Widersacher in eine falsche Richtung. Mit dem Ergebnis, dass der Teufel fest davon ausging, in Aachen angekommen zu sein und so seine Säcke ausschüttete. Der Lousberg war geboren.

Die Künstler, die die Illustrationen gestaltet haben, haben sich bewusst für ein Bild entschieden, das sie dann bearbeitet haben. Marion Heinrich begeistert sich besonders für die Sage der Klappergasse: „Jedes Mal, wenn ich durch die Klappergasse fahre, erinnert mich das Gefühl des Pflasters an diese Geschichte.“ So hat jeder seine persönliche Lieblingssage. Spannend sind sie alle. Wenn sie dann auch noch leicht verständlich sind, macht das Erkunden der eigener Stadt gleich doppelt Spaß.

Das Buch und die 13 Bilder werden noch bis zum 17. September im Ludwig Forum, Jülicher Straße 97-109 präsentiert.

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