Den närrischen Stadtrats-Flop gibts völlig kostenlos

Von: Stephan Mohne
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So war es einmal, so wollen es die Politiker wieder haben: Im Ratssaal soll - wie hier im Jahr 2006 - jeck mit den Bürgern gefeiert werden. Ob es am 10. Februar so kommen wird, ist noch völlig offen. Foto: Krömer

Aachen. Die Plakate hingen schon an den Litfaßsäulen. „Jeck together - Ratslü, Penn & Oecher Treff” stand drauf. Und sollte die Bürger in Scharen zur närrischen Ratssitzung am 10. Februar locken - mit neuem Konzept und an neuem Ort, nämlich im Penn-Zelt auf dem Katschhof.

Doch wie berichtet, ließen die Ratspolitiker unisono sofort alle Pläne stoppen, als sie dieselben im Detail kennenlernten. Also ließ OB Marcel Philipp den Rückwärtsgang einlegen. Alle Plakate - die in ihrer Ursprungsversion auch noch das falsche Datum (15. Februar, also Rosenmontag) trugen - wurden wieder von den Säulen gekratzt. Bleibt die wenig närrische Frage: Wer soll das bezahlen?

Die Stadt muss den Flop jedenfalls nicht bezahlen, sagt Pressesprecher Hans Poth auf Anfrage. Die Plakate seien von der Penn gedruckt worden. Die Litfaß-Flächen seien „Freikontingente” der Stadt bei der betreibenden Firma gewesen. Und diese Firma sei dann auch noch so nett gewesen, der Stadt das Abnehmen der Plakate nicht in Rechnung zu stellen.

Was indes aus der närrischen Ratssitzung wird und ob sie überhaupt stattfinden wird, bleibt unklar. Die Politik will jedenfalls nach wie vor ausschließlich im Ratssaal feiern, da, wo die traditionelle Amateurkarnevalistensause immer stattgefunden hat - außer vergangenes Jahr, als der Ratssaal umgebaut wurde. Seinerzeit gings ins Pennzelt, doch glücklich waren die Politiker damit nach eigenem Bekunden nicht.

Laut neuem Konzept sollten sie erstmal im Ratssaal „normal” tagen, sich dann in „historische Kostüme” werfen und dann - ins Pennzelt von Kameras übertragen - „im närrischen Dialog untereinander agieren”. Den Tusch hätte es demnach von einem „Schifferklavierspieler” gegeben, während Alkohol verpönt gewesen wäre. Alsdann sollten die 74 Ratsleute - vom Penn-Musikzug begleitet - ins Zelt einziehen. Pustekuchen, hieß es in den Fraktionen. Man ziehe sich gerne selbst durch den Kakao, vorführen und der Lächerlichkeit preisgeben lassen werde man sich aber keinesfalls, hieß es.

Auch mit einer „Foyer-Lösung”, wie sie OB Philipp gegenüber der AZ ins Spiel gebracht hatte, sind die Politiker nicht glücklich. „Wenn es im Ratssaal nicht geht, lassen wir es eben”, so ein Ratsherr gestern. Der OB ist mittlerweile hörbar genervt von dieser Sache. Er lässt jetzt prüfen, wie und mit welchem Aufwand der Ratssaal geräumt werden könnte. Unter anderem das flammneue Mobiliar zu schützen, hatte er als einen wesentlichen Grund für das neue Konzept genannt.

Und das, so Philipp gestern gegenüber der AZ, habe auch Alt-OB Jürgen Linden den Fraktionen schon längst gesagt: Ist der Ratssaal mal erneuert, gibts da keine närrische Ratssitzung mehr. Ende offen.
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