Aachen - Den Horror der Flucht mit viel Hilfe bewältigen

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Den Horror der Flucht mit viel Hilfe bewältigen

Von: Jessica Jumpertz
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Nach einem langen Weg über haben viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Deutschland erreicht. In Aachen waren es allein im vergangenen Jahr über 700. Viele dieser jungen Migranten haben Traumata erlitten.

Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Unbegleitete minderjährige Migranten. Fakten – Analysen – Konsequenzen“ am Freitag, 10. Juni, soll sich damit auseinandersetzen, wie ihre Betreuung am besten gewährleistet werden kann. Organisiert wird die Veranstaltung von der Stiftung für ambulante Psychiatrie und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter (KJPP).

Viele minderjährige Migranten wollen über das Erlebte zuerst nicht sprechen. Dr. Gabriele Trost-Brinkhues, ehemalige Leiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes der Städteregion: „Man kann vorsichtig herangehen, aber das Öffnen passiert meist erst später.“ Wenn junge Migranten von der Polizei aufgegriffen werden, werden sie dem Jugendamt zugewiesen.

„In Aachen läuft das super“, sagt Trost-Brinkhues. „Sie werden dort versorgt, kommen in Jugendhilfeeinrichtungen oder Familien und werden medizinisch untersucht.“ Knut Paul, Sprecher der Bundespolizei und Leiter der Arbeitsgruppe im Aachener Bündnis für Flüchtlinge, ergänzt: „Das Wichtigste ist, dass minderjährige Flüchtlinge relativ schnell den Kommunen zugewiesen werden.“

Ein Problem in der Versorgung ist, dass manche junge Erwachsene ein falsches Alter angeben, da sie andere und intensivere Angebote bekommen, wenn sie sich „jünger machen“. Wenn sie ein falsches Alter angeben, bekommen sie jedoch Angebote, die für ihr Alter nicht passend sind. Die Podiumsdiskussion soll sich mit all diesen Aspekten und möglichen Herangehensweisen beschäftigen.

Am Samstag, 11. Juni, findet außerdem ein Symposion zum Thema „Jugend und Familie in Zeiten des Umbruchs“ statt. Im Uniklinikum werden Vorträge über Lebensbedingungen und Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen gehalten.

So wird es beispielsweise einen Vortrag über die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes in einer Trennungssituation und einen Vortrag mit dem Thema „Spannungsfeld Kinder- und Elternrechte“ geben. „Die derzeitige höchstrichterliche Rechtsprechung tendiert dazu, das Elternrecht über das Kindesrecht zu stellen“, erklärt Christian Moik, Vorsitzender der Stiftung KJPP. Nachmittags wird es weitere Vorträge zur Behandlung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen geben.

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