Den Gang der Sonne von Aachen aus beobachten

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
Astronomie Sternwarte
Den Gang der Sonne von Aachen aus beobachten Besucher beim „Tag der Astronomie” in der Sternwarte. Foto: Schmitter

Aachen. Der Himmel, die Sterne und fremde Galaxien begeistern die Menschen schon seit Jahrhunderten, geben Anlass zu immer neuen Fantasien und Spekulationen. Wird die Frage nach der Unendlichkeit des Weltalls wahrscheinlich nie so ganz geklärt werden, lassen sich durch Sternwarten aber immerhin Vorgänge auf Planeten mittlerweile sehr genau beobachten.

Und nicht erst seit Kopernikus gilt die Sonne dabei als vielleicht wichtigster und interessantester aller bekannten Himmelskörper. Wer sich selbst einmal ein sprichwörtliches Bild von Sonne, Mond und Sternen machen wollte, war denn auch beim bundesweiten „Tag der Astronomie” in der Aachener Sternwarte der Volkshochschule (VHS) genau richtig. Hier konnte jeder einmal hineinschauen in die unendlichen Weiten des Himmels und den gewaltigen Koloss namens Sonne genauer beobachten.

Die meisten Besucher ließen sich denn auch in Staunen versetzen und von der Magie der Astronomie, der Wissenschaft von den Gestirnen, den Himmelskörpern, anstecken. Viel Wissenswertes gabs obendrein, oder wer weiß aus dem Stehgreif, dass nur etwa ein Zehntausendstel der Sonnenstrahlung die Erde erreicht und wir uns am Anfang des sogenannten elfjährigen „Sonnenfleckenrhythmus” befinden?

„Wenn man sich für Astronomie interessiert, ist die Sternwarte die erste Adresse in Aachen”, weiß Jürgen Balk von der VHS. Er führte die Besucher durch die Anlage inmitten von Kleingärten, erklärte ihnen die Feinheiten der Astronomie, einer der ältesten Wissenschaften überhaupt. Viel zu sehen gab es dabei trotz nicht ganz optimalen äußeren Bedingungen durch das riesige Teleskop. Die Sternwarte, die 1935 eröffnet wurde, gilt mittlerweile als echtes Wahrzeichen der Kaiserstadt, wurde vor fünf Jahren grundlegend renoviert und das Teleskop mit 600-facher Vergrößerung und einer Brennweite von über drei Metern aufgebessert.

„Damit können wir zum Beispiel ganz genau in die Sonnenoberfläche hineinschauen und Veränderungen beobachten”, verdeutlicht Balk und verweist auf über 5000 Grad heiße Gasfontänen und Plasmablasen, die durch das beinahe monströs wirkende Teleskop am Hangeweiher sichtbar werden. „Vor allem für Kinder und Jugendliche ist das eine faszinierende Angelegenheit”, verdeutlicht Balk am Rande seines Vortrags in der Sternwarte.

Dass die Arbeit für Astronomen trotz riesiger Teleskopanlagen nicht immer leicht ist, weiß Jürgen Balk genau und lokalisiert ein Problem ausgerechnet im Umfeld der Sternwarten: „Der Himmel ist durch die künstliche Erhellung von Städten nur schwer zu erkennen. Wir nennen das - äquivalent zur Umweltverschmutzung - eine Form von Lichtverschmutzung.”

Deshalb sei die Eifel etwa für die Beobachtung von Himmelskörpern auch ein besserer Ort als die Innenstadt. Die Sternwarte am Hangeweiher, von der es bundesweit nur 27 gibt, dient aber sowieso ausschließlich der Öffentlichkeitsarbeit. „Sie ist schon damals nur für die Bevölkerung gebaut worden. Jeder, der sich für Astronomie interessiert, ist herzlich eingeladen, den Himmel vom Hangeweiher aus zu beobachten”, so Balk über den Prachtbau, deren Träger auch die VHS ist und für Interessierte regelmäßig Kurse und Sternwarten-Führungen anbietet.

Den Gang der Sonne und anderer Himmelskörper in der Sternwarte zu beobachten, ist auf jeden Fall eine spannende Geschichte - und das nicht nur für Forscher und Hobby-Astronomen.
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