Aachen - Demonstration von fragwürdigem Mut

Demonstration von fragwürdigem Mut

Von: Ines Kubat
Letzte Aktualisierung:
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Übermut: Mateusz Dopieralski und Jan-Friedrich Schaper machen als Flo und Diesel Dinge, die nicht lustig sind. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Lausbuben kann man Flo und Diesel nicht mehr nennen als sie auf der Autobahnbrücke stehen. Ihre vermeintlichen Streiche haben nämlich ein ganz anderes Kaliber erreicht: Mit leeren und fassungslosen Blicken sehen sich die Jungen an.

Denn der letzte Stein, den sie von der Brücke gekickt haben, war ein tödlicher Treffer. Flo und Diesel gespielt von Mateusz Dopieralski und Jan-Friedrich Schaper sind die Hauptfiguren von „Stones“, der neuen Produktion von Greata, dem jungen Grenzlandtheaters. „Stones“ richtet sich, wie alle Produktionen von Greta an Jugendliche ab 14 Jahre und feiert am heutigen Dienstag um 11 Uhr im Geschwister Scholl Gymnasium Premiere.

14 und 15 Jahre alt sind Flo und Diesel. Auf der Suche nach einem besonderen Kick stellen sie immer wieder Blödsinn an. Ihre schiere Langeweile gepaart mit Abenteuerlust wirkt dabei als explosive Kombination. Denn beide müssen sich voreinander beweisen und in einer Demonstration von Mut und Männlichkeit übertrumpfen. Also fordern sie sich zu immer gefährlicheren Mutproben heraus. Nachdem sie in eine Lagerhalle eingebrochen sind und dort ihr Unwesen getrieben haben, stehen sie schließlich auf der Autobahnbrücke und halten fatalerweise einige Steine in den Händen.

Das Thema von „Stones“ sei sehr aktuell, findet Uwe Brandt, Intendant des Theaters und Regisseur bei Greta. Einerseits habe er erst vor Kurzem erneut von Steinewerfern auf Autobahnbrücken gelesen, andererseits erlebe er immer wieder, dass es besonders im Jugendalter schwierig scheint, sich zu trauen, auch mal „nein“ zu sagen, und nicht bei jedem Blödsinn mitzumachen.

„Stones“ sei ein spannendes Theaterprojekt, weil es Fragen der Verantwortung stellt: Für sich und sein eigenes Handeln, aber auch Verantwortung gegenüber Freunden. Und obwohl die Produktion wie ein „Kerle-Roadmovie“ wirken mag, wie Brandt sagt, sei es doch kein Stück ausschließlich für Jungen. Das bestätigt auch Theaterpädagogin Anja Geurtz, die sich im Voraus zu der Premiere mit einer 9. Klasse des Geschwister Scholl Gymnasiums mit dem Thema Freizeit, Freundschaft und Langeweile beschäftigt hat. Ohne dass die Schüler etwas über den Inhalt des Stückes wussten, hätten sie ähnliche Szenarien von „Blödsinn anstellen“ und „Gruppenzwang“ beschrieben – allerdings nicht in einer Dramatik wie in „Stones“.

Vorab eine Kostprobe

Die Klasse durfte schon vorab eine Kostprobe des Stückes sehen, und ihre Rückmeldungen seien positiv gewesen, erzählt Mateusz Dopieralski, der den Flo spielt. Die Schüler hätten trotz des sehr reduzierten Bühnenbilds einen direkten Zugang zum Inhalt gefunden, und Orts- und Personenwechsel problemlos verstanden. Das Bühnenbild ist aus einem Gemeinschaftsprojekt mit der FOS Gestaltung im Berufskolleg für Gestaltung und Technik entwickelt und gebaut worden: Es sind riesige bunte Bausteine, die die zwei Schauspieler je nach Szene umstellen und damit neue Orte erschaffen.

Insgesamt acht Spieltermine wird es vom 11. bis 21. November im Geschwister-Scholl-Gymnasium jeweils im 11 Uhr geben. Danach tourt Greta nach Stolberg, Alsdorf und Monschau.

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