Demonstration gegen den „zivilen Putsch“ in der Türkei

Von: mh
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Leidenschaftliche Appelle gegen das „zivile Regime“: Der Aachener Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko appellierte an die Bundesregierung, die Zusammenarbeit mit der Türkei zu stoppen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Voller Zorn und mit brennender Sorge geht der Blick dieser Tage nicht zuletzt Richtung Bosporus – und offenbar hat sich die Furcht vor der politischen Entwicklung in der Türkei tief in die Seelen vieler Menschen auch im Grenzland gelegt.

Mitglieder der türkischen Oppositionsparteien jedenfalls wurden – trotz Einladung der Linken zur Kundgebung am Elisenbrunnen – am Dienstagabend dort nicht gesichtet. Vor allem Vertreter der kurdischen und alevitischen Minderheiten machten mobil gegen Verhaftungswellen und massenhafte Amtsenthebungen nach dem gescheiterten Putsch. Etwa 100 Demonstranten forderten eine konsequente Rückkehr zur Demokratie in ihrer Heimat.

Einmal mehr richtete sich die Empörung vor allem an die Adresse des türkischen Präsidenten Erdogan, aber auch gegen das weitgehende Schweigen der Bundesregierung gegenüber dessen „Regime“. Abzug der deutschen Soldaten, Stopp sämtlicher Waffenlieferungen, Aufkündigung des „schmutzigen Flüchtlingspakts“ – so lauteten die leidenschaftlichen Appelle.

Rudolf Gottfried vom Antikriegsbündnis erinnerte daran, dass die Unterdrückung der Menschenrechte in der Türkei nicht zuletzt mit deutschen Panzern ermöglicht werde – auch beim „zivilen Putsch“, der der vereitelten Machtübernahme der Militärs nun folge. Andrej Hunko, Bundestagsabgeordneter der Linken, forderte, die EU-Beitrittsgespräche zu stoppen.

Bülent Iscan vom Kurdischen Volkshaus und Güley Canbay vom Arbeitskreis der Integrationsräte geißelten den anhaltenden „Terror“ gegen Kurden und Aleviten. Ralf Woelk vom Verein Aachener Friedenspreis brachte seine Sorge zum Ausdruck, dass die aktuellen Preisträger vom türkischen Komitee der Wissenschaftler für den Frieden ihre Auszeichnung am 1. September nicht persönlich in Empfang nehmen könnten. „Die Hexenjagd gegen alle, die sich dem Regime entgegenstellen, muss sofort beendet werden“, sagte er unter großem Applaus.

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