Demografie-Forum: Sportvereine müssen flexibler werden

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
11179221.jpg
Beim vierten Demografie-Forum „Zukunft des Freizeitsports“ der Städteregion Aachen gab es viele Anregungen, Informationen und Empfehlungen, unter anderem von Julian Huppertz (Sportjugend), Björn Jansen (Stadtsportbund), Moderator Achim Kaiser, Klaus Offergeld (Regiosportbund) und Werner Wöhrmann (Stadt Bielefeld, v.l.). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Bevölkerung altert sportlicher, Gesundheits- und Fitnesssport bekommen zunehmend Bedeutung und Integration und Inklusion sind wichtige Themen. Stefan Eckl vom Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung Stuttgart führte beim vierten Demografie-Forum aus, was die Vereine längst spüren und stellte interessante Handlungsthesen vor.

Der Freizeitsport ist im Wandel, und die Vereine sind aufgefordert, mit flexiblen Angeboten darauf zu reagieren. Wie das im Einzelnen aussehen kann, darauf suchte das Demografie-Forum „Zukunft des Freizeitsports“ im Haus der Städteregion Antworten.

Eines wurde dabei sehr schnell deutlich: Die Vereine haben die Herausforderung erkannt und reagieren darauf. So meinte Björn Jansen, Vorsitzender des Stadtsportbundes: „Die Vereine suchen sich neue Partner wie beispielsweise Kitas und Alteneinrichtungen.“ Ein Rückgang von Kindern und Jugendlichen in den Vereinen sei in Aachen nicht zu verzeichnen. Mehr Sorge bereiten ihm die Menschen „zwischen Mannschaftssport und Rehasport“. „Wir wollen, dass die Leute dauerhaft Sport treiben“, sagte er und forderte mehr Flexibilität auch bei den Mitgliedschaften.

Der Blick über den Gartenzaun präsentierte vielversprechende Projekte aus anderen Städten: Seien es ein spezielles Angebot für vierjährige Kita-Kinder in Bielefeld, eine Fusion von zwei Fußballvereinen in Dortmund oder der Verein „Sport und Gesundheit am St. Antonius Hospital in Eschweiler“, der mit 1600 Mitgliedern einer der größten Vereine des Altkreises Aachen ist.

Nach neuen Konzepten suchen und flexibel sein: Das war die Botschaft, die den Vereinen mit auf den Weg gegeben wurde. Und will man Julian Huppertz glauben, dann ist es auch um das Ehrenamt vielleicht gar nicht so schlecht bestellt. „Das Ehrenamt ist noch zeitgemäß“, sagte der Student, der selbst als Vorsitzender der Sportjugend Regiosportbund Aachen ehrenamtlich tätig ist. Die Vereine müssten es aber attraktiver gestalten, meinte er. Vielleicht durch Stipendien oder Preisgelder. Ehrenamtliche Tätigkeiten in hauptamtliche umzuwandeln kam als weitere Möglichkeit ins Gespräch.

Immer wieder zeigten Beispiele aus der Praxis, wie Sport in den Alltag integriert werden kann, ohne auf Sporthallen angewiesen zu sein. Gerade für den Rehasport seien die sonst so heiß begehrten Turnhallen nicht unbedingt erforderlich, meinte beispielsweise Anne Piepel-Taeger, Sportlehrerin bei „Sport und Gesundheit am St. Antonius Hospital in Eschweiler“. Wichtig seien dagegen sogenannte „taghelle“ Angebote für die Älteren, da die ungern im Dunkeln aus dem Haus gingen. Und im Ferberpark in Burtscheid können Jung und Alt an entsprechenden Geräten ganz unabhängig von Vereinen sportlich aktiv werden.

Mit Blick auf die oft prekären Finanzen der Vereine ergaben sich gleich eine Reihe von Vorschlägen: Die Vereine sollten angemessene Mitgliedsbeiträge verlangen. Sie sollten vielleicht auch über die Sportförderung hinaus noch andere Fördertöpfe anzapfen. Vereine, die unbedingt auf eine Sporthalle angewiesen sind, könnten die mit Fördermitteln auch in eigener Regie bauen, hieß es.

Laut Markus Terodde, Dezernent regionale Entwicklung, Bildung, Jugend und Kultur der Städteregion Aachen, agiert die Sportförderung bislang nicht zielgerichtet. Hier seien Verbesserungen denkbar. Mit Blick auf die Vereine hält er individuelle Lösungen für entscheidend. In jedem Fall sollten die Vereine den Dialog fortsetzen, riet er. Untereinander, aber auch mit der Politik. Und mit einem Versprechen beendete er das von AN-Lokalchef Achim Kaiser moderierte Forum: „Die Sportfördermittel für die Städteregion Aachen werden nicht gekürzt.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert