Demo mit Trommeln und Tanz

Von: ju
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Mit Trommeln und Tanz durch die City: Kongolesen machten am Samstag auf die schweren Menschenrechtsverletzungen in ihrem Heimatland aufmerksam. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Eine Demonstration muss nicht still und traurig sein: In einem gut einstündigen Marsch durch die Innenstadt von Aachen demonstrierten am Samstag knapp 300 Menschen tanzend und trommelnd gegen die Menschenrechtsverletzungen im Kongo.

Von der Josefskirche über Hansemannplatz und Elisenbrunnen bis hin zu den Katakomben in der Pontstraße ging die friedliche Demonstration. Aufgerufen hatte dazu der Aachener Bund französischsprachiger freier Gemeinden. Dieser besteht aus fünf evangelischen afrikanischen Kirchengemeinden im Stadtgebiet.

Alle sensibilisieren

Aufgabe der Demonstration sei es nicht nur gewesen, die Deutschen, sondern auch die hier lebenden Kongolesen für die Situation in ihrem Heimatland zu sensibilisieren, sagte die Ratsfrau Elisabeth Paul (Grüne), die zu den Organisatoren der Demo gehörte. „Die Kongolesen tun zwar sehr viel für ihr Land, indem sie ihre Familien unterstützen - aber auf die Straße sind sie bisher noch nicht gegangen.”

Zweitgrößte afrikanische Gruppe

Die Teilnehmer der Demonstration waren auch überwiegend Kongolesen, die mit rund 800 Einwohnern nach den Marokkanern die zweitgrößte afrikanische Bevölkerungsgruppe in Aachen sind. „Es war eine schöne, friedliche Demonstration. Vorne gingen die Frauen, die haben gesungen, gebetet, getanzt und getrommelt. Die Resonanz war sehr positiv, ich habe nicht eine einzige Beschwerde von Zuschauern gesehen. Und ich hatte den Eindruck, dass die sich wirklich für unser Anliegen interessiert haben”, resümierte Paul. Sie und ihr Mann hatten sich im vergangenen Jahr im Kongo selbst einige Wochen lang einen Eindruck von den Zuständen gemacht.

Nach dem Ende der Demonstration trafen sich die Teilnehmer im großen Saal der Katakomben, wo die Veranstaltung nach einem deutsch-französischen Vortrag über die Geschichte und die politische Situation im Kongo endete.

Nach Pauls Angaben gehört der Kongo zu den reichsten Ländern der Welt in Sachen Bodenschätze. Von diesem Reichtum komme jedoch bei der Bevölkerung nichts an, da dort seit Jahren bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten.

Auch Stammesfehden

Die Probleme verursachten nicht nur die Diktatur, sondern auch Stammesfehden. Nach Angaben der UNO wurden in den vergangenen zehn Jahren im Kongo rund vier Millionen Menschen bei gewaltsamen Auseinandersetzungen getötet.
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