Dem Google-Auge eine Klappe verpassen

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
streetviewbild
Vorsicht, Kamera: In Aachen war der Google-Wagen schon einmal im Herbst 2008 unterwegs.

Aachen. Die „rollenden Augen” sind längst schon bei uns unterwegs gewesen. Möglich, dass man aber auch dieser Tage die auffälligen Kamerawagen des Internetriesen Google durch die Stadt flitzen sieht.

Auf einer Google-Liste mit NRW-Städten, die im April und Mai „befahren” werden, steht auch Aachen. Derzeit würden „Lücken gefüllt” und Fahrten wiederholt, bei denen es vormals technische Probleme gab.

Andere Länder ohne Probleme

Die Bilder sollen im Internetdienst „Streetview”, einer Erweiterung des Programms „Google Maps” erscheinen. In den USA ist „Streetview” längst gestartet. Und auch auf anderen Kontinenten kann man sich schon virtuell auf die Erkundung von Städten begeben. In Europa sind bisher 75 Städte von Aberdeen bis Zürich online. Deutsche Orte fehlen in der Liste. Mit gutem Grund: Massive rechtliche Bedenken haben sich gegen „Streetview” breit gemacht.

Auf höchster politischer Ebene ist jetzt wie berichtet mit dem Anbieter ein Kompromiss erzielt worden: „Streetview” geht in Deutschland erst an den Start, wenn alle Widersprüche von Bürgern bearbeitet sind. So kann man sich dagegen verwahren, dass das Haus, in dem man wohnt, weltweit per Internet zu „besichtigen” ist. Die Kommunen, so hat es Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) verkündet, können Sammelangebote machen und die Listen dann an Google weiterleiten.

Prompt hat die schwarz-grüne Ratsmehrheit das Thema aufgegriffen und fordert per Ratsantrag, dass auch in Aachen entsprechende Angebote gemacht werden. Die Verwaltung soll beispielsweise beim Bürgerservice oder auch in den Bezirksämtern entsprechende Listen und Vordrucke auslegen, in die sich Mieter und Hausbesitzer eintragen können. Google will dann die entsprechenden Objekte im Programm unkenntlich machen und die Rohdaten löschen.

Das geschieht zum Beispiel bei Autokennzeichen und erkennbaren Gesichtern ohnehin automatisch. Doch was dem einen völlig egal ist, löst bei dem anderen Ängste aus. So etwa, dass Häuser von Kriminellen per Internet ausspioniert und dann ausgeraubt werden könnten. Bereits in der Mai-Sitzung des Rates soll das städtische Angebot auf den Weg gebracht und dann rasch umgesetzt werden - auch via Internet.

Wobei Helmut Ludwig von den Grünen und CDU-Fraktionschef Harald Baal sagen, dass dieser Antrag kein Für oder Wider „Streetview” beinhaltet. „Dazu gibt es auch in den Fraktionen unterschiedliche Meinungen”, so Ludwig. Lediglich soll auch in Aachen von der Möglichkeit des gesammelten Einspruchs Gebrauch gemacht werden können. Jeder für sich kann das natürlich auch bei Google selbst tun, wo es einen Link zu einer entsprechenden Sammelstelle gibt.

Software wird entwickelt

Allerdings ist Google noch dabei, eine Software für das Löschen der betreffenden Objekte zu entwickeln. Widerspruch könne man aber auch schon während dieser Entwicklungsphase einlegen. Alles in allem kann man bei Google die Aufregung offenbar nicht so recht nachvollziehen. Der Branchenriese betont seinerseits, dass „Straßenbilder mit Passanten zulässigerweise angefertigt werden, seitdem es die Fotografie gibt”. Diese Bilder seien „heute allgegenwärtig in Zeitungen, dem Fernsehen und dem Internet”.
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