Brand - Dem Ellerhof droht der Abgesang

Dem Ellerhof droht der Abgesang

Von: Günther Sander
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Wo spielt dann die Musik? Die
Wo spielt dann die Musik? Die Zukunft des Ellerhofs in Brand und damit vieler Vereinsfeste - hier mit den inzwischen aufgelösten „Jonge vajjen Beverau” - ist akut gefährdet. Foto: Ralf Roeger

Brand. Dem Karneval „op der Brand” drohen schlechte Zeiten. Es ist längst kein Geheimnis mehr: Der „Ellerhof” soll verkauft werden. Bei den närrischen Gruppierungen, aber auch beim Bürgerverein Brand, der Dachorganisation der Vereine, schrillen die Alarmglocken.

Brauchtum und Tradition seien in Gefahr, wird befürchtet. Willi Eschweiler, Vorsitzender des Bürgervereins Brand, hat gemeinsam mit Vertretern der Ersten Großen Brander KG, Prinzengarde Brander Stiere und Brander Unterbähner einen Hilferuf an die Bezirksvertretung gestartet.

Hohe Sicherheitsauflagen

Laut Eschweiler sind Versuche, geeignete Käufer zu finden, die den Saal übernehmen sollen, bisher erfolglos verlaufen. Es wird vermutet, dass hohe Sicherheitsauflagen ein Hindernis sein könnten. Selbst ein Abriss wird in Erwägung gebracht, von der Errichtung eines Wohnhauses auf dem Areal in der Freunder Landstraße ist ebenfalls die Rede. „Es ist alles möglich”, meint Eschweiler. „Das bedeutet im Klartext: Unsere Vereine stehen dann ohne Saal für ihre Veranstaltungen da.”

Das „Saalsterben” in der Region gehe also weiter. Nach Eilendorf (Schließung von Geulen) nun auch große Nöte in Brand. In Lichtenbusch konnte bekanntlich der Saal Kessel in letzter Minute durch den Ankauf durch die Gemeinde „gerettet” werden. Der Inhaber des „Ellerhofs” habe für die kurze Session 2013 (am 11. Februar ist bereits Rosenmontag) noch den Saal garantiert, doch dann dürfte das „letzte Alaaf” erklungen sein.

Willi Eschweiler, Bernd Etschenberg (Kommandant Brander Stiere), Walter Logen (Präsident Erste Große Brander KG) und Dieter Schaefer (Brander Unterbähner) haben sich solidarisch erklärt und erhoffen sich Hilfe durch die Bezirksvertretung. „Uns ist zu Ohren gekommen, dass die Stadt Aachen ein größeres Grundstück an der Eilendorfer Straße/Im Ginster erworben hat”, erzählt Eschweiler. Dieses Grundstück eigne sich hervorragend als Zeltplatz. Eschweiler und den Vereinen schwebt vor, nach dem „Lammersdorfer Muster” (seit Jahren bestens bewährt), auch in Brand größere Veranstaltungen in einem Festzelt abzuhalten.

Identität in Gefahr

„Das könnte auch in Brand die Lösung sein”, glaubt Eschweiler, „die Vereinen hätten kein großes Risiko zu befürchten.” Immerhin veranstalten allein die Brander Karnevalisten jährlich zehn närrische Feste im „Ellerhof”, hinzu kommen mehrere Aachener Vereine. „Für uns in Brand ist ein blühendes Vereinsleben sehr wichtig”, meint Eschweiler. Das Fehlen eines Festsaales bringe das Brander „Wir-Gefühl” in eine ernste Situation und gefährde das gefühl einer gemeinsamen Identität.

Die Bezirksvertretung nimmt die Sorgen der Vereine ernst. Bezirksbürgermeister Herbert Henn: „Wir müssen an die Vereine denken und planen.” Wichtig sei es, rasch eine Lösung zu finden. Auch Henn befürwortet eine „Zelt-Lösung”, er denkt gar daran, dass sich die Schützen oder die Freunder Maijungen ebenfalls damit anfreunden könnten. „Auf jeden Fall werden wir in der nächsten Sitzung das Saalproblem ernsthaft behandeln”, so der Bezirksbürgermeister.

Roland Kouhl bestätigte der Aachener Zeitung auf Anfrage seine Verkaufsabsichten, aber ebenso die gesicherte Session 2013. „Was danach passiert, müssen wir abwarten”, sagt er.
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