Deftige Strafe wegen „Tiermisshandlung“

Von: Wolfgang Schumacher
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Große Augen: ein junger Cavalier-King-Charles-Spaniel. Foto: dpa

Aachen. Vorgeworfen wurde dem 24-jährigen Maschinenführer aus Brand, seine beiden Familienhunde „Jin“ und „Django“ im vergangenen Jahr mehrfach übel gezüchtigt zu haben, da waren sie noch kleine Welpen. Nachbarn hatten das beobachtet und die Sache angezeigt.

Jetzt hatte der Angeklagte, der die Vorwürfe abstritt, trotz seiner Verurteilung am Donnerstag wegen „roher Tiermisshandlungen“ noch Glück. Denn Richterin Anne-Kristin Kneis machte ihm unmissverständlich klar, dass sie neben der Verhängung einer deftigen Geldstrafe von 4500 Euro auch ein Tierhaltungsverbot hätte aussprechen können. „Ich habe nur davon abgesehen, weil seit den hier angeklagten Vorwürfen nichts mehr vorgefallen ist“, drückte sie sich klar in Richtung des Angeklagten aus. Und das sei auch deswegen so, weil die unverdächtige Hundebesitzerin, es ist die Ehefrau des 24-Jährigen, zwangsläufig direkt von einem Tierhalteverbot für ihren Ehemann betroffen wäre.

Das Urteil von 150 Tagesätzen von je 30 Euro – das macht insgesamt jene 4500 Euro – ist schon heftig. Damit gilt Joscha K. als vorbestraft, falls das Urteil rechtskräftig wird. Der Verteidiger des Mannes hatte Freispruch gefordert, sein Mandant sei von Nachbarinnen unzutreffend verdächtigt worden. Die Staatsanwältin hatte eine Freiheitsstrafe gefordert. Ausführlich befasste sich die Richterin mit den Beobachtungen der Nachbarinnen, die das ganze ins Rollen gebracht hatten. Diese in die Nähe bewusster Falschaussagen zu rücken, sei nicht nachvollziehbar.

Die beiden Hunde, ein kleiner Spaniel und ein schwarz-weißer Jack Russel, hatten unter den rigiden „Erziehungsmethoden“ des Mannes zu leiden. Die Nachbarinnen hatten mindestens vier Vorfälle im August und September 2013 beobachtet. Die Richterin hielt es für erwiesen, dass „Herrchen“ den Jack Russel Django am Schwanz hochgehoben und durch die Luft geschleudert hatte. Der noch arg kleine Jin wurde beim nächtlichen Gassi-Gehen am Hals gepackt und gewürgt. Das hatte eine Frau beobachtet, die auf der anderen Straßenseite stand und die der kleine Hund begrüßen wollte.

In einem weiteren Fall wurde ein Hund brutal an der Schnauze gepackt, hochgehoben und aus beträchtlicher Höhe fallen gelassen. Den Spaniel ereilte ein brutaler Wurf, als er den heimkehrenden Mann begrüßen wollte.

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