Aachen - „Dead White Males“: Viele Denkanstöße für das Publikum

„Dead White Males“: Viele Denkanstöße für das Publikum

Von: Eva Onkels
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„Dead White Males“: Die Inszenierung von Actor‘s Nausea, der Theatergruppe des Instituts für Anglistik der RWTH, hat am Donnerstag Premiere im Ludwig-Forum. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Das Leben von Angela Judd (Charis Luvangadio) ist kompliziert. Wie kann es auch anders sein? Das Studium fordert sie zeitlich, und in ihrer Familie verlaufen die modernen gesellschaftlichen Konfliktlinien.

Das Theaterstück „Dead White Males“ geschrieben von dem Aus­tralier David Williamson, das die Theatergruppe Actor‘s Nausea ab dem morgigen Donnerstag, 6. November, um 20 Uhr im Space des Ludwig-Forums aufführt, versucht einerseits, diese Konfliktlinien herauszuarbeiten, sie andererseits aber auch satirisch auf ihren Inhalt zu prüfen.

Schon seit mehr als zehn Jahren spielt Actor‘s Nausea, entstanden aus einem Seminar der Anglistik an der RWTH, Stücke in englischer Originalsprache. Unter Regie von Ellie Raasch und Nils Kuphal hat die fünfzehnköpfige Gruppe das zweistündige Stück auf die Beine gestellt. „Wir haben bereits im Juli mit den Proben angefangen“, erklärt Hauptdarstellerin Charis Luvangadio.

Angelas Leben ist geprägt von konträren Ideologien: Ihr paternalistischer und chauvinistischer Großvater Col (René Glebke) ist das genaue Gegenteil ihrer selbstständigen, radikalfeministischen Mutter Sarah (Katharina Hirsch). Cols Sohn und Angelas Vater Martin (Jens Wischnewsky) ist ein „wimp“, ein Feigling, der in seinem Leben zunächst unter der Knute seines Vaters und jetzt unter dem Pantoffel seiner Frau lebt. Dann tritt auch noch Angelas Universitätsdozent Grant Swain (Jonas Freiwald) in ihr Leben, ein dynamischer, intelligenter Mann, dessen Theorien sie zum Nachdenken bringen. Doch sie widersprechen den Ansichten ihres Idols, des bekanntesten Schriftstellers der Welt, William Shakespeare (Zoé Reh). Für ein Universitätsprojekt führt Angela Interviews mit den Mitgliedern ihrer Familie und muss erkennen, dass ihr Großvater, der „old rotten chauvinist“, ein Geheimnis hütet, das ihn und die ganze Familie in einem anderen Licht erscheinen lässt.

„Dead White Males“ ist kein Stück mit viel Bewegung, dafür aber mit umso mehr Denkanstößen für das Publikum. Gleichzeitig ist es eine wunderbare Parodie auf den Feminismus, den Paternalismus, die Literaturtheorie, die akademische Sprache und zu guter Letzt auch auf sich selbst. Das macht das Stück zu einem unglaublich spannenden Werk, das es schafft, trotz reichlich Text nicht langweilig zu werden.

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