David-Hirsch-Schule: Der Blick geht in die Zukunft

Von: Jan Weck
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Neue Wege aufzeigen: An der Da
Neue Wege aufzeigen: An der David-Hirsch-Schule finden die Schüler nun ein eigenes Berufsorientierungsbüro. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Der Übergang von der Schule in den Beruf war noch nie ein leichter, und in wirtschaftlich prekären Zeiten ist er zumindest gefühlt zu einer noch größeren Herausforderung geworden.

Für die Schüler der David-Hirsch-Schule des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) ist er mit zusätzlichen Schwierigkeiten verbunden, denn sie alle sind schwerhörig oder taub. Umso wichtiger sei es, sie in der Phase der Berufsorientierung zu fördern und zu begleiten, findet die Schulleiterin Susanne Keppner.

Als ihre Kollegin Gabriele Degen vor einem Jahr den Vorschlag machte, in der Schule ein Berufsorientierungsbüro (BOB) einzurichten, war Keppner von der Idee sofort überzeugt. Nach einem erfolgreichen Antrag standen von der Stiftung „Partner für Schulen” und der Bundesagentur für Arbeit Fördermittel über 5000 Euro zur Verfügung. An den nötigen Planungs- und Renovierungsarbeiten für das Büro wirkten die Schüler selbst mit, nun hat das BOB an mehreren Tagen in der Woche geöffnet.

Gespräche und Vermittlung

Eine Sozialpädagogin und Lehrer des Kollegiums führen hier Beratungsgespräche mit den Schülern, üben mit ihnen geschicktes Verhalten bei Bewerbungsgesprächen und helfen bei der Suche nach Ausbildungs- und Praktikumsstellen. Dabei arbeiten sie eng zusammen mit Ansprechpartnern bei der Bundesagentur für Arbeit (BA), die den Kontakt zu möglichen Arbeitgebern herstellen können.

Training besonders wichtig

Für die Hörgeschädigten Schüler sei das BOB eine wichtige Stütze, sagt Keppner, denn oft verlaufe ihre Entwicklung anders als die ihrer Altersgenossen ohne körperliches Handicap.

Die Kommunikation ohne das gesprochene Wort mache es für viele schwierig, richtig einzuschätzen, welches Verhalten in einem Betrieb den Konventionen und Erwartungen des neuen sozialen Umfelds entspreche. Deshalb sei auch die Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit so wichtig, denn Arbeitgeber müssten häufig in Gesprächen die Qualifikationen und Fähigkeiten der hörgeschädigten Schüler schätzen lernen.

Seitdem das BOB geöffnet habe, funktioniere die Betreuung der Schüler im Berufswahlprozess noch besser als vorher, so Keppner. Viele ihrer Schüler strebten Ausbildungsberufe an, manche würden nach ihrem Schulabschluss auch weiterführende Bildungseinrichtungen besuche. Doch ganz gleich, wie deren individuelle Planung aussehe, kein Schüler verließe die Schule ohne eine Perspektive für die Zukunft.
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