Das „Webinar“ bringt frischen Wind in die VHS

Von: Sandra Beyss
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Man lernt nie aus.“ So lautet das Motto des aktuellen Semesters der Volkshochschule Aachen. Zum Kursangebot gehört auch die Reihe „Der Mensch und die Gesellschaft – Demografischer Wandel“.

 Passend zum Semestermotto wird an vier Abendterminen über die Problematik, vor allem aber auch die meist unterschätzten Chancen einer alternden Bevölkerung referiert und diskutiert.

Der Clou daran: das an der VHS Aachen erstmals angebotene Lehrformat des „Webinars“. „Bei einem „Webinar“ handelt es sich um ein Kunstwort, das aus den Begriffen „Web“ und „Seminar“ zusammengesetzt ist“, erklärt Dominik Clemens, hauptamtlicher pädagogischer Mitarbeiter und Zuständiger des Programmbereichs „Politische Bildung“.

Entgegen dem zuweilen „etwas angestaubten Image der Volkshochschulen“ – wie Clemens mit einem Zwinkern sagt – mache man sich die wandelnden technischen Möglichkeiten zu Nutze. Innerhalb der üblichen Präsenzveranstaltungen im Haus biete man Teilnehmern Vorträge renommierter Experten und Expertinnen, darunter Universitätsprofessoren und Mitarbeiter anderer wissenschaftlicher Einrichtungen im In- und Ausland, die per Live-Videostream nicht nur in die VHS Aachen, sondern nach Bedarf auch in weitere deutsche Lehrräume übertragen würden.

Eine vor Ort anwesende Lehrperson stelle dabei die Interaktion zwischen Teilnehmer und Referenten sicher, indem sie Fragen und Kommentare über ein Chat-System weiterleite. Darüber hinaus sei dieser VHS-Mitarbeiter im Anschluss an den Vortrag dafür zuständig, Debatte und Nachbereitung zu gestalten und zu moderieren.

Die Vorteile des neuartigen Verfahrens liegen auf der Hand. „Teilnehmer der Veranstaltungsreihe haben die Möglichkeit, Redner zu hören, die aufgrund organisatorischer Schwierigkeiten und geografischer Entfernung auf anderem Wege kaum greifbar wären“, so Clemens. Hier sei man zum Beispiel sehr stolz, den Rechtswissenschaftsprofessor der Universität Bielefeld und Leiter des Ressorts Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung, Prof. Dr. Heribert Prantl, für einen Vortrag gewonnen zu haben.

Gleichzeitig erlangten diese Experten selbst eine völlig neue Reichweite und sparten Zeit und Reiseaufwand. Eine konkrete Zielgruppe habe die VHS Aachen für dieses neuartige Konzept, das in Süddeutschland entwickelt und dort bereits getestet wurde, nicht im Blick. „Wir sind absolut offen für alle Teilnehmer und sind selbst gespannt darauf, wie es in Aachen funktionieren wird“, sagt Winfried Casteel, stellvertretender Leiter der VHS. Durch die Kombination von Inhalt und technischer Darbietung rechne er einerseits mit thematisch interessierten Teilnehmern, die möglicherweise selbst vom demografischen Wandel betroffen sind. Aber auch mit Hörern, die neugierig auf die neue Darbietungsform sind, die auch Casteel fasziniert: „Wer weiß, vielleicht stellen wir an dieser Stelle in einigen Jahren den Mikrochip vor, der uns das Wissen einfach einpflanzt“, scherzt er.

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