Das Vegla-Haus soll abgerissen werden

Von: Stephan Mohne
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Keine 40 Jahre alt: Das wegen seiner 20.000 Quadratmeter umfassenden Glasfronten so markante Vegla-Haus an der Viktoriaallee soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, in dem es Wohnungen, Handel, Gewerbe und eine Kita geben soll. Foto: Michael Jaspers
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Geschlossen werden soll in diesem Zuge auch eine Baulücke an der Bismarckstraße. Für „neue Flächen nach Umgestaltung“ wirbt indes die „Nesseler Projektidee“, der das Gebäude seit Ende 2015 gehört. Zunächst war unklar, ob das Haus um- oder neu gebaut werden soll. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Wir haben noch keinen Plan.“ Das sagte Hubertus Neßeler im Januar dieses Jahres gegenüber unserer Zeitung. Und er sagte: „Wir geben uns das Jahr 2016 Zeit, um Konzepte zu entwickeln.“ Seinerzeit hatte das Aachener Unternehmen „Nesseler Projektidee“, dessen geschäftsführender Gesellschafter Hubertus Neßeler ist, gerade die so markante und als Vegla-Haus bekannte Immobilie im Frankenberger Viertel gekauft.

Vieles sei denkbar auf dem 9000 Quadratmeter großen Gründstück zwischen Viktoriaallee und Bismarckstraße, so der Firmenchef seinerzeit. Denkbar war damals auch, dass das Gebäude mit den grünen Glasfassaden erhalten und umgebaut würde. Allerdings hätte das wegen der veralteten Haustechnik – vor allem der Wärme- und Kälteanlagen sowie der Elektrik – eines enormen Aufwands bedurft.

Jetzt haben sich die Aussagen vom Jahresbeginn nach Informationen unserer Zeitung erledigt. Denn es gibt sowohl einen höchst detaillierten Plan wie auch ein umfangreic hes Konzept. Voraussetzung zur Realisierung dieses Konzepts: der Abriss des 1978 fertiggestellten Gebäudes und des 1982 entstandenen Erweiterungstraktes. Der Volksmund taufte das Ensemble seinerzeit „Aquarium“ – wegen der 20.000 Quadratmeter großen Glasfronten.

Offenbar hat der Investor doch keine wirtschaftliche Möglichkeit gefunden, das bestehende Gebäude sinnvoll zu nutzen. „Das ist heutzutage kein typischer Standort mehr für ein Gebäude mit riesigen Büroflächen“, bestätigte Neßeler am Freitag auf Anfrage. Auch 100 Studentenappartements Nun soll das Vegla-Haus einem schmucken Neubau weichen. Gebaut werden soll er von der Nesseler-Tochter „np3 GmbH & Co. KG“.

Mit dem Entwurf des neuen Gebäudeensembles hat man das renommierte Düsseldorfer Architektenbüro „Hentrich-Petschnigg und Partner“ (NPP) beauftragt. Dessen Entwurf liegt mittlerweile im Detail vor und hat sogar schon den Architektenbeirat beschäftigt. Geplant sind demnach 200 Wohnungen, die man als „generationsübergreifend“ beschreiben kann.

100 von ihnen sollen Eigentumswohnungen und Mietwohnungen werden, die beispielsweise für junge Familien, teils aber auch für ältere Menschen geeignet sind. 100 weitere Appartements sollen vor allem für Studenten attraktiv sein. Auf die ersten 100 entfallen 9000 Quadratmeter Wohnfläche, auf die anderen 100 weitere 3150 Quadratmeter. Doch das neue Gebäude soll noch viel mehr bieten. Im Erdgeschoss sind inklusive „Nebenflächen“ 5000 Quadratmeter Platz für Einzelhandel eingeplant. Das ist eine Größenordnung, die sogar Discounter interessieren dürfte.

Außerdem werden 1600 Quadratmeter Gewerbeflächen entstehen, die beispielsweise von Arztpraxen oder Kanzleien genutzt werden könnten. Die Pläne beinhalten auch noch eine Kindertagesstätte auf 875 Quadratmetern Fläche. Platz fürs Blech gibt es selbstredend auch, nämlich rund 150 Stellplätze in einer Tiefgarage (die heute dort vorhandene hat 230 Plätze) sowie weitere Stellmöglichkeiten im Innenbereich der Bebauung.

Geschlossen werden soll durch den Neubau auch eine seit jeher vorhandene Baulücke an der Bismarckstraße. Planungsausschuss berät Die Entwürfe von HPP sehen bis zu sechs Vollgeschosse vor, wobei das oberste ein sogenanntes „Staffelgeschoss“ werden soll. Das soll gewährleisten, dass die Bauhöhe jener der Nachbarschaft angepasst ist. In den Plänen ist zudem einiges an Grün – unter anderem in Form von stellenweise bepflanzten Dachflächen – zu sehen.

Nachdem der Architektenbeirat noch ein paar Anmerkungen und Änderungsvorschläge hatte, wird sich der Planungsausschuss des Stadtrates am 1. September in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause zunächst nicht-öffentlich mit dem Thema befassen. Große Probleme dürften insbesondere beim Bebauungsplan nicht auftreten, da der Mix im Neubau der im Frankenberger Viertel üblichen Durchmischung von Wohnen, Handel und Gewerbe entspricht.

„Die Lage mitten im beliebten Frankenberger Viertel bietet alle Möglichkeiten“, sagte Hubertus Neßeler. Genau alle diese Möglichkeiten hat man nun offenbar ausgeschöpft. Mit Plan. Den will Neßeler am ersten Septemberwochenende mit allen Details den Nachbarn vorstellen.

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